Corona

Hie kann über alles außer Golf diskutiert werden

Re: Corona

Beitragvon AndreasS » Di 24. Mär 2020, 19:35

Ich weiß ja nicht, bei was wir uns (noch) leichter tun würden, aber wenn man mal durchrechnet, was 500€ BGE pro Monat für jeden Bundesbürger bedeuteten, kommen wir bei ca. 480 Mill. Euro pro Jahr an. Der Bundeshaushalt liegt derzeit bei irgendwas um die 360 Mill.(?)

Woher sollen die kommen? Also wenn man nicht auf die bisherige Summe komplett verzichtet, was u.a. den Bundeszuschuss bei der Rente, der Krankenversicherung von Kindern und erwerbslosen Ehepartner und dem kompletten Abbau aller Beschäftigten bei den Bundesbehörden bedeuten würde...?
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Re: Corona

Beitragvon Tom_Dalton » Di 24. Mär 2020, 19:53

Das leichter tun bezog sich auf die mentale Einstellung. Was deine Zahlen berifft, sind wir wieder bei meinem angezweifelten Sachverstand. Der jetztige Bundeshaushalt basiert ja auch auf dem derzeitigen Steuer- und Sozialsystem. Die beiden würden sich bei einem Grundeinkommen allerdings verändern und diese Leistung gegenfinanzieren. Wie, bitte in der einschlägigen Literatur, bspw. bei Götz Werner, nachlesen.
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Re: Corona

Beitragvon ulim » Di 24. Mär 2020, 23:25

Das BGE kann nur dann finanzierbar sein, wenn dadurch irgendwelche Ineffizienzen abgebaut werden. Denn insgesamt haben wir ja nicht mehr Geld als jetzt und mit dem BGE muss der Staat mehr auszahlen als jetzt. Es müsste also überlegt werden welche nutzlosen Ausgaben in Zukunft eingespart werden können. Ich hätte da eine Idee:

Wenn die Gutverdiener sich bereiterklären ihr Gehalt um (2 x BGE) gekürzt zu bekommen (1 x BGE kriegen sie ja wieder zurück), dann kann pro Gutverdiener einem Schlecht- bis Garnicht-Verdiener das BGE gezahlt werden. Vielleicht wäre ja auch eine Kürzung um (3 x BGE) denkbar oder noch mehr - ich bin mir sicher, dass da ganz viele mitmachen werden.
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Re: Corona

Beitragvon Jani » Mi 25. Mär 2020, 08:11

Hoffentlich lassen die mich vorher noch ausreisen....
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Re: Corona

Beitragvon AndreasS » Mi 25. Mär 2020, 09:48

ulim hat geschrieben:Wenn die Gutverdiener sich bereiterklären ihr Gehalt um (2 x BGE) gekürzt zu bekommen (1 x BGE kriegen sie ja wieder zurück), dann kann pro Gutverdiener einem Schlecht- bis Garnicht-Verdiener das BGE gezahlt werden. Vielleicht wäre ja auch eine Kürzung um (3 x BGE) denkbar oder noch mehr - ich bin mir sicher, dass da ganz viele mitmachen werden.


Damit das hinhaut, müssten als "Gutverdiener" die oberen 50% gelten. Aber ich freue mich natürlich, dass Du auf Freiwilligkeit statt auf Zwang setzt...
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Re: Corona

Beitragvon firefox34 » Mi 25. Mär 2020, 12:14

ulim hat geschrieben:Das BGE kann nur dann finanzierbar sein, wenn dadurch irgendwelche Ineffizienzen abgebaut werden. Denn insgesamt haben wir ja nicht mehr Geld als jetzt und mit dem BGE muss der Staat mehr auszahlen als jetzt. Es müsste also überlegt werden welche nutzlosen Ausgaben in Zukunft eingespart werden können. Ich hätte da eine Idee:

Wenn die Gutverdiener sich bereiterklären ihr Gehalt um (2 x BGE) gekürzt zu bekommen (1 x BGE kriegen sie ja wieder zurück), dann kann pro Gutverdiener einem Schlecht- bis Garnicht-Verdiener das BGE gezahlt werden. Vielleicht wäre ja auch eine Kürzung um (3 x BGE) denkbar oder noch mehr - ich bin mir sicher, dass da ganz viele mitmachen werden.


Wenn man sich die Gehaltspyramide anschaut, dann ist das Geld nicht bei den Gehältern zu holen. Nach meiner Ansicht muss man sich das Geld bei den Vermögen holen (böse Enteignung! :twisted:). Eben so kann man sich das Geld an den Finanzmärkten (Transaktionssteuer o.ä.) holen. Alles andere wäre ja nur eine Umverteilung von Gehältern. Außerdem werden 3 x BGE die Topverdiener gar nicht interessieren (vielleicht wären da 30 oder 50 x BGE angebracht), die Gehaltsbänder zwischen 50 und 80% der Gehaltspyramide würden es jedoch empfindlich spüren.

Wir haben in unserem System eine "Klumpenbildung" von Geld. Alles was dort durch die "Gravtation des Marktes" hineinfällt kommt nicht mehr heraus... der Rest überlegt sich wie man mit dem restlichen Geld die Probleme durch Umverteilung bewältigen kann anstatt diese Klumpen endlich wieder in den realen Wirtschaftskreislauf zu bringen.

Läßt sich natürlich nicht mit Neoliberalen Ideen vereinbaren und "auf Freiwilligkeit statt auf Zwang setzten", bedeutet nichts anderes als, soll der Mob doch sehen wie er klar kommt, von mir gibt es nichts. Die meisten Menschen sind nicht zu viel Reichtum und hohen Positionen mit exorbitanten Gehältern gekommen, weil sie hoch empathisch sind.

Da könnten die Vogelschützer auch die Katzen bitten, freiwillig auf das jagen von Vögeln zu verzichten.

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Re: Corona

Beitragvon ulim » Do 26. Mär 2020, 02:15

Wen 3 x BGE interessiert, das hängt natürlich von der Höhe des BGE ab :)

Wenn Du sagst die Vermögen sind das Problem, dann sollten wir dieser Sache mal auf den Grund gehen. Fangen wir bei den Finanzmärkten an: warum werden dort so hohe Summen bewegt? Woher kommt dieses ganze Geld? Ein verschwindend geringer Teil davon sind tatsächliche Einlagen - also Leute oder Firmen mit Geld, das sie gerade nicht brauchen und deshalb auf die Bank tragen. Der weitaus größte Teil sind, sofern ich da richtig informiert bin, reine Buchwerte. Also Giralgeld, das die Banken selbst geschöpft haben gegen eine Sicherheit, die sie selbst definiert haben.

Wenn nun von dieser Riesenmenge an Buchgeld ein paar Erträge durch erfolgreiches Trading abfallen, dann wird irgendjemand sehr schnell sehr reich. Also trägt er noch mehr Geld auf die Bank und die kann wieder mit exponentiellem Skalierungsfaktor daraus neues Buchgeld schöpfen. Wenn wir also mit 100 Euro starten, daraus 1 Euro Rendite generieren und für den einen Euro wieder 10 Euro Buchgeld schöpfen, dann haben wir 110 Euro und der Anleger 1 Euro. Ein echter Goldesel.

Das jetzt zu besteuern fände ich witzig. Die Zentralbank druckt Geld und wirft es unter die Leute, damit die davon Steuern zahlen. Wäre es da nicht viel effizienter, wenn der Staat sich seine Steuern gleich bei der Zentralbank drucken lässt?

Anyway, vor 75 Jahren mussten alle mit 40 DM starten. Aber einige hatten Grundbesitz. Das dürfte weitgehend der Unterschied sein.
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Re: Corona

Beitragvon firefox34 » Do 26. Mär 2020, 11:39

Ein verschwindend geringer Teil davon sind tatsächliche Einlagen - also Leute oder Firmen mit Geld, das sie gerade nicht brauchen und deshalb auf die Bank tragen.

Das mag für Unternehmen stimmen. Bei Privatvermögen sind es ca. 50%.

"Die Bundesbank weist das Gesamtvermögen von Sichteinlagen in ihrer Geldvermögensstatistik gemeinsam mit dem Bargeld aus. Insgesamt beträgt das Volumen täglich fälliger Sichteinlagen (unter diese Definition fallen Giro- und Tagesgeldkonten) bei privaten Haushalten momentan rund 1680 Mrd. Euro, bei Unternehmen sind es etwa 458 Mrd. Euro."
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Re: Corona

Beitragvon AndreasS » Do 26. Mär 2020, 15:15

firefox34 hat geschrieben:Läßt sich natürlich nicht mit Neoliberalen Ideen vereinbaren und "auf Freiwilligkeit statt auf Zwang setzten", bedeutet nichts anderes als, soll der Mob doch sehen wie er klar kommt, von mir gibt es nichts.


Schade, dass Du das so siehst. Aber ich wiederhole mich.

Die meisten Menschen sind nicht zu viel Reichtum und hohen Positionen mit exorbitanten Gehältern gekommen, weil sie hoch empathisch sind.


Was Du so alles weißt.

Mir tun ja Menschen mit so einem pauschalen Bild von Anderen leid - vielleicht hilft ja die momentane Situation auch aufzuzeigen, dass das doch eher verzerrt ist...
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Re: Corona

Beitragvon AndreasS » Do 26. Mär 2020, 16:15

firefox34 hat geschrieben:Wir haben in unserem System eine "Klumpenbildung" von Geld.


Eine immer wiederkehrende Behauptung, die völlig außer Acht lässt, dass es (bis auf ein paar Ausnahmen) nicht die gleichen(!) Leute sind, die diese "Klumpen" Geld ihr eigen nennen.

>70% aller Unternehmen verschwinden binnen drei Generation wieder und damit im Regelfall auch das (im Zusammenhang mit dem Unternehmen stehende) Vermögen. In der Zwischenzeit haben diese Unternehmen Menschen z.B. Arbeit verschafft.

Und wer Vermögen erwirtschaftet hat, hat entweder die Bedürfnisse seiner Mitmenschen besonders gut erfüllt. Oder er profitiert von staatlichen Sonderregelungen (VW-Gesetz), Bürokratismen, Verboten, Monopolen, etc. pp.

In der momentanen Krise sind die meisten Unternehmer(n) sehr solidarisch mit ihren Mitarbeitern (meist auch unter Verzicht auf eigenen Profit) - ganz einfach, weil sie wissen, dass sie die Leute auch danach wieder brauchen.
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