The American Private Club Model

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The American Private Club Model

Beitragvon ulim » So 25. Nov 2018, 23:23

Was glaubt ihr warum sich das amerikanische Konzept des privaten Golf- und Countryclubs in Deutschland nicht durchgesetzt hat? Ein paar Theorien habe ich dazu, aber nichts wirklich Überzeugendes.

Hier in bester Pletsch-Manier eine ungeschminkte Beschreibung:

https://www.linkedin.com/pulse/20141007 ... -chapter-1

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Re: The American Private Club Model

Beitragvon firefox34 » Mo 26. Nov 2018, 00:54

Natürlich gibt es in Deutschland de facto "Privatclubs". Die heißen bei uns nur anders.

Gründe gibt es viele, warum das Modell der "closed Gates" in Deutschland kaum umsetzbar ist, noch eine Akzeptanz findet.

Zum Beispiel:
- kein offizielles Courserating ohne DGV Mitgliedschaft. Es kann nicht offiziell vgw. gespielt werden. Das ist, im Gegensatz zu den USA, vielen sehr wichtig.
- Damit gibt es auch keinen DGV Ausweis
- keine Beteiligung am Ligaspielbetrieb

Ist man DGV Mitglied, dann muss der Platz auch für Verbandswettspiele bereitgestellt werden.

Der GC Morsum (Axel Springer) ist der einzige Club den ich kenne, der das einige Jahre durchgehalten hat. Ein Privatclub würde keine oder nur schwer eine gesellschaftliche Akzeptanz finden, weil alles was hinter geschlossen Türen stattfindet eher als suspekt denn als exklusiv gilt.

In Deutschland gibt es deshalb die s.g. Traditionsclubs. Dort kann zwar theoretisch jeder Mitglied werden, aber man setzt die Zugangsbeschränkungen einfach so hoch, dass es de facto der Club weniger Familie ist, die dort Einfluss auf die Geschicke nehmen oder auch nur ein "Sponsor" oder Eigentümer.

Hohes Greenfree, keine oder wenige offene Turniere, spielen nur mit Mitgliedern, Bürgen, reservierte Startzeiten für Mitglieder, Aufnahmegebühr, erwartete "Spenden", Probezeit etc. Da kommt man nur rein, wenn man "Beziehungen" hat. Geld spielt natürlich auch eine Rolle.
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Re: The American Private Club Model

Beitragvon ulim » Mo 26. Nov 2018, 01:43

Es gibt ein paar Clubs, die so etwas Ähnliches versuchen, aber das Konzept hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt. Warum?

Den Punkt mit fehlender Vorgabenwirksamkeit und Ligaspielbetrieb finde ich schon überzeugend. Ein anderer ist noch, dass in Deutschland das Argument des Flächenverbrauchs weitaus schwerer wiegt als in den USA. Man kann hier nicht einfach sagen ich kaufe mir jetzt 80 Hektar Land in Stadtnähe und lasse keinen mehr rein. Das würde überhaupt nicht genehmigt.

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Re: The American Private Club Model

Beitragvon firefox34 » Mo 26. Nov 2018, 09:00

Land in der Nähe von Ballungszentren ist grundsätzlich knapp und teuer. Die Bebauungsdichte ist eng, so dass es Einsprüche von Anwohnern (Mäher im Sommer um 4 Uhr morgens mag keiner) gibt. Zufahrten durch Anwohnerstraßen mit mehreren 100 Fahrzeugbewegungen sind auch nicht beliebt. Dazu Naturschutz. Ausgleichsflächen müssen vorhanden sein. Einen Platz mit der Kettensäge in den Wald zu fräsen geht nicht, so dass die neueren Plätze alle im "Linksstil" gebaut wurden. Wasserentnahme wird auch vorgegebenen und nach der "Einwachsphase" oft beschränkt. Der Einsatz von Dünger und Pestiziden ist in den letzten Jahren auch immer restriktiver geworden, so dass die Einwachsphase oft Jahre dauert. Personalkosten in Deutschland für Bau und Pflege sind hoch. Flächenversiegelung für Gebäude und Parkplatz sind restriktiv. Erschließungskosten für Stadtwasser, Strom und Abwasser...

Da bekommt man nur eher unattraktiv Lagen zwischen Autobahn und Industriegebiet... Und selbst dort dauert die Genehmigung meist Jahre und kostet 6 stellige Beträge mit ungewissem Ausgang.
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Re: The American Private Club Model

Beitragvon HighDraw » Mo 26. Nov 2018, 12:54

ulim hat geschrieben:....Hier in bester Pletsch-Manier eine ungeschminkte Beschreibung:.......


@ ulim, schau Dir mal das Geschäftsmodell von Mr. Spitzig aus obigem Artikel an, dann wirst Du verstehen, dass das mit "Pletsch - Manier" aber auch gar nix zu tun hat.
@ fox, Dein Naturschutzaufsatz in allen Ehren, aber google mal "Private club industry" oder "National Club Association". Da geht es nicht um ein wenig zu viel Dünger auf der Wiese.

Grüße
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Re: The American Private Club Model

Beitragvon firefox34 » Di 27. Nov 2018, 19:21

Es gibt ein paar Clubs, die so etwas Ähnliches versuchen, aber das Konzept hat sich in Deutschland nicht durchgesetzt. Warum?


Frag einfach mal Barry Rookledge und Edward Szymczak vom Golfclub Hamburg-Oberalster... aber ich befürchte, dass die das auch nicht genau wissen.
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Re: The American Private Club Model

Beitragvon Golfbengel » Di 27. Nov 2018, 20:33

Das Konzept hat sich nicht durchgesetzt, weil einfach zu wenig Menschen in Deutschland daran interessiert sind.

Möglicherweise sind diejenigen Golfer, welche sich eine solche Mitgliedschaft leisten könnten, dafür zu geizig.

Gruß.

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Re: The American Private Club Model

Beitragvon ulim » So 2. Dez 2018, 02:41

Das überzeugt mich nicht. Die Reichen geben ihr Geld auch in Deutschland aus, nur halt nicht für eine exklusive Clubmitgliedschaft.

Das Modell Hamburg-Oberalster kenne ich nicht genau, aber es scheint mir eher ein for-profit Geschäftsmodell als ein Privatclub mit Haftrisiken zu sein.

Ich weiss nicht, ob es an fehlender Nachfrage (keiner hierzulande will sowas) oder am fehlenden Angebot (lässt sich in Deutschland schlecht umsetzen) liegt.

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Re: The American Private Club Model

Beitragvon firefox34 » So 2. Dez 2018, 11:31

Ich glaube es liegt an der damit verbundenen Bindung an einen Club. Jüngere wechseln oft den Job in eine andere Stadt. Die Alten wollen möglichst viele verschiedene Plätze spielen "Soziale Bindungen" hat man bei FB und Instagram... Clubs sind einfach Out. Nicht nur beim Golf. Das ist bei anderen Sportarten ähnlich.

Die Menschen optimieren sich lieber alleine im Fitness Studio oder laufen um die Alster um dann ihre. FitBits Ergebnis bei FB zu posten.
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Re: The American Private Club Model

Beitragvon Tom_Dalton » So 2. Dez 2018, 23:09

dafür zu geizig


Glaube ich nicht, die geben nur ungern viel Geld aus, wenn ihnen nur Missachtung entgegen gebracht werden würde. Und dies wäre bei einem privaten Golfclub in der heutigen Zeit sicherlich der Fall. Wir reden über Deutschland. Hopp hätte in St. Leon bestimmt auch einen Privatclub initiieren können und hätte ihn dank seines Netzwerks auch voll bekommen. Hat es aus gutem Grund aber nicht getan. Einen Rest von Exklusivität haben sich Clubs wie dieser dennoch bewahrt.
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