Release: The Moment of Truth

Hier können Technik und Training diskutiert werden.

Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon wolfi » Mi 1. Aug 2018, 07:56

Alegra, entschuldige vielmals das ich dir nicht antworte, ich weiss einfach nicht,
was ein Wandergolfer ist :roll:

Carlito, zurück zum Thema.
Was ist besser, RIT oder LOP ? Auf der Tour sehen wir beides, und damit hast du auch schon die Antwort:
Es gibt keinen Favoriten, man muss für sich selbst ausprobieren, was besser zum eigenen Schwung passt!

Aber zum "Ausprobieren" fällt mit noch was ein:
Chris Riddoch, Professor für "Motor Skill" kann uns dabei helfen.
Die Frage ist, wie entwickle ich eine Fähigkeit zur Bewegung (motor skill)?
Riddoch meint, das vor 20/30 Jahren, als man darüber nachdachte, den Golfschwung wissenschaftlich anzugehen, man auf die falsche Wissenschaft, namlich Mechanik gesetzt hat.
Der Golfschwung ist aber kein mechanisches Problem, sondern ein "skill"-Problem, Mechanik erzählt uns, was passiert, aber nichts darüber, wie man es macht. Es gibt keine Beziehung zwischen Mechanik und "skill".
Der menschliche Körper ist keine Maschine.
Skill entsteht im Kopf nicht im Körper. "Motor Skill" erforscht die Verbindung zwischen Hirn und Körper

wird fortgesetzt
Zuletzt geändert von wolfi am Mi 1. Aug 2018, 08:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon wolfi » Mi 1. Aug 2018, 08:28

Riddoch, und auch andere, wie z.Bsp. Frau Professor Wulff, haben erforscht, das man am besten in Bildern denkt, um eine gute Bewegung zu erzielen.

Auf unser Problem "RIT" oder "LOP" heisst das beim Üben,
ich muss einfach ein für mich passenden Bild vor Augen haben.

Zum "RIT" passt zum Beispiel das Bild vom Steine flitschen mit rechts.
Zum "LOP" kann man sich das Werfen einer Frisbee-Scheibe mit links vorstellen.
Vielleicht fallen euch noch andere Bilder ein.

Wer mehr dazu lesen möchte:

Chris Riddoch
"The Rule-Free Golf Swing - Improve your game with four simple pictures"
Gefällt mir noch besser als "Golf is easier than you think"

Oder mehr wissenschaftlich:
Chris Riddoch
"Winning at Sport: Science, Skill and the New Psychology of Outstanding Performance"
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon Carlito » Mi 1. Aug 2018, 10:02

wolfi hat geschrieben:Zum "RIT" passt zum Beispiel das Bild vom Steine flitschen mit rechts.
Zum "LOP" kann man sich das Werfen einer Frisbee-Scheibe mit links vorstellen.
Vielleicht fallen euch noch andere Bilder ein.

Super erklärt, danke Wolfi.

Trotzdem bin ich genauso wie du der Meinung, dass man beide Varianten üben und zu einem gewissen Grad beherrschen sollte.
Warum? Du kannst noch so genial den rechten Armtrakt (Hand, Arm und Schulter) in deine Golfbewegung einbauen, wirst aber kläglich scheitern wenn die Linke alles blockiert.

Mehr dazu später...
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon oliver_k » Mi 1. Aug 2018, 10:12

Nach innen im RIT-release und nach außen im LOP-release hat nichts mit Draw oder Fade zu tun.
Innen/Außen bezieht sich auf das Schließen des Zwischenraums zwischen den Armen,


Hallo Wolfi,
ich verstehe das leider immer noch nicht. :roll:

Bei mir gibt es einen großen Unterschied zwischen dem Golfschwung und dem Frisbee werfen oder Tennis spielen oder Holz hacken.....

Wahrscheinlich brauche ich ein paar Würfe mit dem Frisbee, aber es wird sich eine Kontrolle über das Spielgerät einstellen. Auch beim Tischtennis werde ich nach einer kurzen Einspielphase Kontrolle über den Schläger und Ball erlangen. Wenn ich aber mit der anderen Hand Tischtennis spielen muss ist es mit der Kontrolle vorbei. Plötzlich können die Bälle irgendwo hinfliegen und die Bewegung ist chaotisch.
Nun spiele ich ja schon einige Jahre Golf, aber ein ähnliches Gefühl von Kontrolle wie bei allen anderen Sportarten stellt sich nicht ein. Es kann immer wieder passieren, das die Kontrolle verloren geht. Als ob ich Frisbee oder Tennis mit der anderen Hand spielen muss.
Dann landen die Bälle auch mal 50 Meter im Aus und nicht nur einer. :D
Meine einzige Erklärung die ich habe, sind die großen Kräfte die der Schläger generiert. Was sie aber genau bewirken hängt von kleinen Änderungen ab. Ein wenig den Schläger legen, ein wenig andere Handgelenkswinkel im OT, ein wenig zu viel Hüfte oder zu wenig und schon ändert sich die Dynamik des Schlägers.
Hier hilft mir manchmal die Mechanik die "richtigen" Korrekturen zu finden.

Gruß Oliver
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon Tom_Dalton » Mi 1. Aug 2018, 11:07

Tischtennis


Nach meinem Verständnis ist Tischtennis keine reine Aktionsbewegung, sondern eine Reaktionsbewegung. Damit bleibt auch eine deutlich kürzere Zeit zum Überlegen, was die Bewegung mitunter vereinfacht, von wegen Geist ist Gift fürs Gefühl. Beim Golfen liegt der Ball aber immer vor uns und wartet auf unseren Impuls. Sicherlich kommt der längere Hebel noch erschwerend hinzu. Deshalb ist es für mich auch nicht zwangsläufig so, dass wer gut Frisbee werfen kann auch automatisch gut golft.
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon Carlito » Mi 1. Aug 2018, 12:21

oliver_k hat geschrieben:Nun spiele ich ja schon einige Jahre Golf, aber ein ähnliches Gefühl von Kontrolle wie bei allen anderen Sportarten stellt sich nicht ein....Hier hilft mir manchmal die Mechanik die "richtigen" Korrekturen zu finden.
Gruß Oliver


Hallo Oliver,
du bringst es auf den Punkt. Dabei kann die Mechanik helfen. Dafür muss ich m.E. die Bewegung irgendwie stabilisieren. Ziel ist es den sog. "flat-spot" des Schlägerkopfs zu optimieren.
Hier eine persönliche Notiz aus dem Jahr 2016...

Hand-action

Dienstag, 9. August 2016
06:52

Die Hände erzeugen am Schaft eine Art Gegendruck und Stabilisation.

Die linke Hand rotiert den Schaft gegen den Uhrzeigersinn und schließt das Schlägerblatt

Die rechte Hand rotiert im Uhrzeigersinn und öffnet das Schlägerblatt.

Dadurch kommen im Treffen die Ellenbogen aufeinander zu (eng)




Frage:
Wie müssen sich die Hände bewegen um diese Funktion zu erfüllen?
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon wolfi » Mi 1. Aug 2018, 20:01

Schön, das hier eine Diskussion stattfindet.

Tom_Dalton hat geschrieben:
Tischtennis


.....Deshalb ist es für mich auch nicht zwangsläufig so, dass wer gut Frisbee werfen kann auch automatisch gut golft.


Da hast du völlig recht. aber wenn ich das LOP-Release erlernen möchte, also eine Leverage-Aktion mit dem linken Handgelenk ausführen muß, kann das Bild im Kopf "eines Loslassen einer Frisbee-Scheibe" hilfreich sein.
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon wolfi » Mi 1. Aug 2018, 20:17

Carlito hat geschrieben:
Trotzdem bin ich genauso wie du der Meinung, dass man beide Varianten üben und zu einem gewissen Grad beherrschen sollte.


Weiss ich nicht, ich glaube eher, man soll sich für ein release entscheiden, der eigene Körper (Schwung) wird nach ein wenig Übung mit beiden releases eine endgültige Entscheidung treffen :)
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon wolfi » Mi 1. Aug 2018, 20:33

oliver_k hat geschrieben:....Nun spiele ich ja schon einige Jahre Golf, aber ein ähnliches Gefühl von Kontrolle wie bei allen anderen Sportarten stellt sich nicht ein. Es kann immer wieder passieren, das die Kontrolle verloren geht. Als ob ich Frisbee oder Tennis mit der anderen Hand spielen muss.
Dann landen die Bälle auch mal 50 Meter im Aus und nicht nur einer. :D
Meine einzige Erklärung die ich habe, sind die großen Kräfte die der Schläger generiert. Was sie aber genau bewirken hängt von kleinen Änderungen ab. Ein wenig den Schläger legen, ein wenig andere Handgelenkswinkel im OT, ein wenig zu viel Hüfte oder zu wenig und schon ändert sich die Dynamik des Schlägers.
Hier hilft mir manchmal die Mechanik die "richtigen" Korrekturen zu finden.
Gruß Oliver


Klar, die Mechanik kann helfen zu verstehen, was du ändern musst, aber damit das dann auch funktioniert, solltest du laut Riddoch nicht auf die Mechanik setzen. Wir sind keine Maschine die ohne nachzudenken eine Bewegung 1000-mal wiederholen kann.
Wenn gewünscht, kann ich da demnächst noch etwas mehr zu schreiben,
wie unser Körper einen "motor skill" entwickeln kann.
Diese letzte Diskussion ist aber schon fast "off topic"
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Re: Release: The Moment of Truth

Beitragvon Tom_Dalton » Mi 1. Aug 2018, 20:55

wie unser Körper einen "motor skill" entwickeln kann


Bei all den Überlegungen zu Ebene, Händen und/oder Schwungpfad hat mich immer am meisten gestört, dass ich dabei nie im Gleichgewicht geblieben bin. Also ganz zurück auf Anfang. Wie müssen sich meine Arme bewegen, damit der Körper im Gleichgewicht bleibt und beide Füße in ihrer Position verbleiben. Und sich nur in der Druckverteilung unterscheiden. Wenn ich jetzt „falsch“schwinge, verliere ich sofort die Balance. Bleibe ich aber in selbiger, ergibt sich der Release von selbst. Meines Erachtens wird dieser stabilen Balance zu wenig Beachtung geschenkt.
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