Fluid Motion

  • Der Faden heißt "Fluid Motion"
    also "Flüssige Bewegung".
    Das ist ja das was wir erzielen wollen.
    Ich habe in den nächsten Tagen noch wenig Zeit, versuche aber trotzdem etwas zu schreiben.
    Grund: Ich spiele bis nächste Woche Mittwoch vier vorgabewirksamen Turniere. Ja Carlito, von nichts kommt nichts :smiling_face:
    Okay wir werden uns im ersten Schritt ein wenig mit dem Funktionieren des Gehirns beschäftigen, dann über die Vorbereitung des Golfschlages, und danach geht es ans Eingemachte.

    let go and play the game

    Edited once, last by wolfi ().

  • Jani zu deinem Bullshit
    "Irgend welche Schwunggedanken hat jeder der einen Golfschwung ausführt".
    Woher weißt du das?
    Das ist ein typisches Beispiel für die Beschränkung bei unserem Lernen durch Beobachtung oder Erfahrung.
    "Alle Schwäne sind weiß" galt nur bis zur Entdeckung von Australien, da gibt es nämlich schwarze Schwäne. Ich nehme dir deine Bemerkung nicht übel, bis vor wenigen Jahren hättest du Recht gehabt, aber die Neurowissenschaft ist halt weiter, wie wir sehen werden.

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  • Fangen wir mit dem Gehirn an.
    Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat das so formuliert:
    Es gibt zwei Systeme im Gehirn:
    System 1 und System 2.
    System 1 arbeitet automatisch und schnell, weitgehend mühelos und ohne willentliche Steuerung.
    System 2 lenkt die Aufmerksamkeit auf die anstrengenden mentalen Aktivitäten. Die Operationen gehen oftmals mit dem subjektiven Erleben von Handlungsmacht, Entscheidungsfreiheit und Konzentration einher.

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  • System 2 sitzt im Grosshirn, im prefrontalen Cortex, es ist der Chef unseres Gehirns, deswegen spreche ich bei System 2 nur noch vom Chef.
    System 1 ist ein Langzeitgedächtnis das automatische Abläufe speichert, also ein sogenanntes prozedurales Gedächtnis.

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    Edited 2 times, last by wolfi ().

    • Official Post
    Quote from wolfi

    Fangen wir mit dem Gehirn an.
    Der Nobelpreisträger Daniel Kahnemann hat das so formuliert:
    Es gibt zwei Systeme im Gehirn:
    System 1 und System 2.
    System 1 arbeitet automatisch und schnell, weitgehend mühelos und ohne willentliche Steuerung.
    System 2 lenkt die Aufmerksamkeit auf die anstrengenden mentalen Aktivitäten. Die Operationen gehen oftmals mit dem subjektiven Erleben von Handlungsmacht, Entscheidungsfreiheit und Konzentration einher.


    Erinnert mich an einen User im alten Forum - Alpi. Sein Beispiel war immer das Führen der Gabel zum Mund und das sichere Treffen desselben - alles ohne Schwunggedanken. Das wäre System 1. Wenn der Golfschwung mal in dem System gelandet ist kann man es.

  • Ja, nicht ganz. Wenn der Golfschwung vom System 1 abgespeichert ist, habe ich den ersten Schritt geschafft, das schwierige ist aber Schritt 2:
    Ich muss den Schwung abrufen können, damit beschäftigen wir uns hier.

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  • Wie lernen wir nun einen "motor skill" also eine motorische Bewegung wie gehen, laufen, Golfschwung. Ja, ja durch Trial und Error!!!! Denkt dran wie ein Kleinkind laufen lernt.
    Durch Übung werden die Schaltkreise im Gehirn im Detail verändert.
    Während des Trainings werden Signale durch die neuronalen Netze geschickt und Synapsen gestärkt, bis der Ablauf in die Schaltkreise eingebrannt ist. Diese Fähigkeit, Programme in die Struktur zu übernehmen, ist ein toller Trick unseres Gehirns. Indem es Schaltkreise für komplexe Bewegungsabläufe anlegt, kann es diese mit einem Minimum an Energieaufwand durchführen.
    Sobald eine Fähigkeit fest im Gehirn verankert ist, lässt sie sich ohne den Chef einzuschalten abrufen.

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  • Diese Automatisierung von Bewegungsabläufen hat zur Folge,
    das erlernte Fähigkeiten aus dem Bewusstsein verschwinden. Wir können gar nicht so genau sagen, wie wir was tun.

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  • Die Fähigkeit neue Programme im Gehirn zu erzeugen nennt sich Plastizität des Gehirns.
    Etwa nach dem 25. Lebensjahr nimmt die Plastizität mit zunehmendem Alter ab. Das erklärt warum Kinder einen motor skill viel leichter lernen als wir Erwachsene.
    Also an alle die sich mit den glorreichen Sieben beschäftigen:
    Das ist harte Arbeit und nicht immer von Erfolg gekrönt.

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  • Letzte und wichtigste Bemerkung zum Gehirn:
    Die Automatisierung von Bewegungsabläufen hat eine interessante Folge. In dem Moment wo sich der Chef einschaltet, geht etwas schief. Wir müssen also im Golfschwung lernen das Bewusstsein auszuschalten. Damit beschäftigen wir uns im Folgenden.
    Aber jetzt muss ich erst einmal Turnier spielen....

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  • Was war zuerst?
    Wenn etwas schief läuft , meldet sich der Chef oder der Chef meldet etwas und danach läuft etwas schief. Ursache und Wirkung ist bei deiner Aussage nicht ganz klar aber von entscheidender Bedeutung.
    Gruß Oliver

  • Gleiches Konstrukt wie bei 'Inner Game of ...' von Gallway.
    Der Körper weiß wie es geht, bzw weiß wie er es am besten lernt, der Kopf kommt mit unnötigem Micromanagement in den Weg. Der Chef meldet sich unqualifiziert und dann geht es schief. Der Chef wäre eigentlich nur dazu da um internes, aber wertungsfreies Feedback zu geben. Der letzte Ball etwas dünn getroffen, flachere Flugkurve rechts vom Ziel...
    Kein, boo was ein scheiß Schlag, wieder nicht sauber getroffen, zu kurz und rechts vom Ziel. Steng dich doch Mal an, ist nicht so schwer.... Schon Mal so ähnlich mit sich selbst geredet oder leise gedacht?


    Eri

  • Keine Angst Lorili. Ich finde das Buch auch nicht gut.
    Jetzt geht es weiter.
    Was machen wir vor dem Schlag.
    Hier ist der Chef gefragt. Es ist sehr sinnvoll sich selbst Fragen zu stellen. Also: Ich frage mich, welchen Schlag soll ich jetzt spielen, Draw, Fade, flach, hoch...
    Den Schlag mit dem Schläger andeuten, kein voller Probeschwung.
    Auf dem Grün beim Putten stelle ich mir zwei Fragen.
    Erste Frage: Ist der Putt machbar?
    Meine Antwort: Ja!!!
    Damit baut man Vertrauen in seine Fähigkeiten auf.
    Zweite Frage: Wie muss der Ball laufen, damit er ins Loch geht.
    Dann ran an den Ball, kein Probeschwung mit dem Putter, 6 Sekunden auf das Loch schauen und dann los. Durch das lange Schauen auf das Loch bekommt das Unterbewusstsein ein Gefühl für die Länge.
    So, jetzt sind wir bereit für den Schlag.
    Der Chef kann sich jetzt schlafen legen und wir müssen jetzt während der Ausführung dafür sorgen, das er nicht aufwacht.
    Daher kein Probeschwung, das könnte den Chef aufwecken.

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  • Noch eine Anmerkung zu Schwunggedanken. Das ist ja schon in anderen Foren diskutiert worden.
    Kurze Zusammenfassung:
    Es gibt interne und externe Anweisungen. Interne beziehen sich auf eine Körperbewegung und sind nur sinnvoll wenn ich an meinem Schwung (auch mit dem Trainer) etwas ändern will , da hier sofort der Chef übernimmt.
    Externe Anweisungen wie z.Bsp.
    "schön hoch nach vorne raus zum Ziel" sind okay.
    Aber warum sollte man sich auch davon lösen.
    Externe Anweisungen funktionieren eine gewisse Zeit, dann nutzen sie sich ab und man versucht es mit einem neuen Schwunggedanken.
    Gibt es eine andere Lösung:
    Ja, keine Schwunggedanken!
    Eingangs habe ich bewusst etwas provokant gesagt: An nichts denken.
    Natürlich denkt man immer.
    ABER WIR DENKEN NICHT AN DEN GOLFSCHWUNG
    Das ist die Lösung.
    So und jetzt sind wir endlich da, wo es los geht.

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  • Jani meine Antwort ist auch nicht böse gemeint.
    Ich habe zwei Vorschläge für dich:
    1. Du machst einen eigenen Faden auf und schreibst etwas vernünftiges über Golf und nicht so einen Scheiß den ich hier schreibe.
    2. Du setzt dich auf dein Sofa und schaust Videos auf YouTube von Malaska und Co. Mit dem dann durch das Anschauen von Videos erworbenen profunden Wissen über den Golfschwung gehst du auf die Range und machst deinen Golfschwung kaputt.


    Falls dir diese Vorschläge nicht gefallen melde dich, ich habe da noch alternative Ideen für dich.

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