Golfreisen und Ethik

  • Mir ist das relativ egal, ich gehe dahin wo es mit gefällt und Preis/Leistung stimmen - ich muss mich nur sicher fühlen. Belek war ich noch nie, in Gesprächen sag ich zwar öfters "ich spende dem Erdogan keine Devisen", in Wahrheit halten mich aber die vielen negativen Berichte über volle Plätze, enge Startzeiten (oder Startzeiten um 06:00 morgens) und Russen in den Hotels von einem Besuch ab.

    Wen man auf einem hohen moralischen Ross sitzt, muss man eh zu Hause bleiben:


    USA - ging unter Trump gar nicht

    Südafrika - ging unter Zuma nicht

    Emirate und Saudi Arabien - der eine hält seine Tochter unter Verschluss, die anderen töten Kritiker

    Österreich - Rechte in der Regierung

    Spanien - Katalonienproblem

    Thailand - kritische Äußerungen gegenüber dem König = Knast


    Wenn man irgendwo nicht hin will, kann man fast immer einen moralischen Grund finden um die Entscheidung zu bestätigen. Die hauptsächlichen Ursachen dürften aber meistens woaders liegen.

  • in Wahrheit halten mich aber die vielen negativen Berichte über volle Plätze, enge Startzeiten (oder Startzeiten um 06:00 morgens) und Russen in den Hotels von einem Besuch ab.

    Solche Berichte höre ich auch öfters, allerdings nur aus den bevorzugten Reisemonaten April/Mai und Oktober/November, in den Sommermonaten

    Juni, Juli, August dürfte die 6 Uhr Morgens Startzeit noch die beste sein. ;)

    Was mich betrifft war ich immer im Dezember/Januar dort, was allerdings mit einem kleinen Risiko verbunden ist, denn Regen und sogar Schneeregen hatte ich

    dort auch schon mal erlebt. Meist aber war es angenehmes Frühlingswetter. Die Hotels waren zu dieser Jahreszeit bestenfalls zu 50-60% belegt und von Gedränge

    auf den Plätzen konnte auch keine Rede sein. Da kann ich dem Post von "Streuner" nur voll zustimmen, ein besseres Preis/Leistungsverhältnis findet man kaum.

  • Meine Erfahrungen zum Februar und Oktober in Belek. Ja die Plätze sind voll, nein überfüllt ist es nicht. Zu Corona im letzten Oktober war es sehr leer, man konnte wann und wo immer man wollte....

    in den Jahren zuvor sollte man Startzeiten vorab über den Veranstalter buchen lassen, dann kann man meist die Uhrzeiten wünschen. Bei meinen letzten Besuchen wurden mir immer zunächst Startzeiten sehr früh zugewiesen. Dann habe ich reklamiert weil ich in den Ferien ausschlafen wollte. Das war nie ein Problem.


    Ob vor dem Hotel die Russen besoffen am Pool liegen oder nicht, hängt stark vom Hotel ab.


    Meine Empfehlung: Gloria Serenity / Maxx Royal / Regnum Carya ... die Reihenfolge ist zufällig gewählt und soll keinerlei Wertung darstellen.

  • in Belek war ich mehrfach, ist allerdings auch 15-20 Jahre her. Es war auch meine erste Golfreise überhaupt, in Gruppe mit Leuten aus dem Club. Hat mir sehr gut gefallen. Die male danach....meine Kurve ging runter. Das hatte mit erwähnten tee-times zu tun wie auch mit Greenfees. Die Leute, das muss erwähnt bleiben von mir, waren allesamt sehr freundlich.

    In Spanien bin ich deutlich häufiger gewesen, hat aber auch damit zu tun dass man dort per Mietauto eben auch mehr Plätze außerhalb eines einzigen Ortes erleben kann. In die Türkei (ohne dass ich den Menschen dort etwas vorwerfen, im Gegenteil, in den Touri-Gebieten sind sie wohl eher kritisch zum Diktator) zu reisen lehne ich für mich persönlich seit Jahren aus politischen Gründen klar ab. Da ist mir das Leid der Reisebranche bei den Menschen in Spanien einfach näher.

  • geht mir ähnlich, wobei ich wegen der Pandemie über ein Jahr nicht im Ausland war (sonst 3-4x im Jahr, und ja, ich weiß, das ist ein Luxusproblem!)

    2x Türkei ist >15 Jahre her (Belek, Gloria), war sehr schön - aber mittlerweile hält mich die politische Lage dort von einer Reise dorthin ab.

    Spanien ist allein schon wegen der schöneren Sprache (und für mich auch des Essens wegen) klar im Vorteil. Gerade die unzähligen Golfplätze an der Costa del Sol und anderswo (auch auf Mallorca) sind ein superguter Grund für eine Golfreise dorthin.


    Aber dadurch, dass Corona weite Reisen verhindert, entdecke ich seit einem Jahr auch neue Plätze in Deutschland, und das ist schön.

    Weniger schön ist allerdings, dass der nahe Camper-Urlaub wohl den geschlossenen Anlagen (Campingplätze, Restaurants etc.) zum Opfer fällt und dann auf den Herbst verschoben werden muss. Und ja, auch das ist ein Luxusproblem.

    Nichts ist sicher!
    Noch nicht mal das.

  • Da ist mir das Leid der Reisebranche bei den Menschen in Spanien einfach näher.

    Bin ja auch bekennender Spanienfan, mir gefällt Land und Leute, die Golfplätze sowieso.


    Aber ich habe vor 1-2 Jahren einen Doku im TV gesehen und war richtig erschrocken. Da wurde das Leid der Bauern gezeigt, die ihre Existenz verloren haben, weil ihre Plantagen ausgetrocknet sind, Grundwasserspiegel ist so gesunken, dass sie kein Wasser mehr fördern können. Dann wurden die Proteste der Bauern gezeigt, wie sie gegen die Wasserentnahme für die unzähligen Golfplätze protestiert haben, Ihr Plantagen sind total verdorrt, Zitronen und Orangenbäume eingegangen, während die Golfplätze im saftigen Grün erstrahlen. Das Ganze wurde durch die Wissenschaft bestätigt, die dies untersucht haben und die Golfplätze als Mitverursacher festgestellt haben.


    Mir hat das schon zu Denken gegeben und ich war ehrlich auch etwas geschockt über diesen Zustand.


    Eventuell hat jemand von Euch diese Sendung auch gesehen und kann meine Eindrücke bestätigen.

    Klar Spanien ist weit weg und was jucken uns diese Probleme, wir machen den Wasserhahn auf und das Wasser fließt, manchmal braucht es solche Sendungen um darüber nachzudenken

    wie gut es wir haben.





    .

    Tennis und Golf ist der größte Spaß, den man mit angezogenen Hosen haben kann.

    Immer schönes Spiel,

    albe

  • Da ist mir das Leid der Reisebranche bei den Menschen in Spanien einfach näher.

    Wenn es um Länder als Reiseziel geht kann man durchaus seine Sympathien kund tun und z.B. sagen Spanien gefällt mir besser als die Türkei. Wenn es aber um die Menschen geht die zur Zeit die vom Tourismus in ihren Ländern abhängig sind sollte man keinen Unterschied machen, denn die sind alle gleich hart getroffen.

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