Regel 10.2 ff. - Wann liegt tatsächlich Beratung vor

  • Ein guter Bekannter sagt immer am Abschlag:"Ich seh ihn nicht liegen, hast du ihn gesehen?" (Wenn ich ihn frage, ob er meinen ersten Abschlag gesehen hat, falls ich den Ball +flug verloren habe) Er wird bei der zweiten bis dritten Wiederholung ein wenig lauter, bis ich kapiert habe was los ist. :winking_face:


    Ich spiele meistens direkt immer auf Ansage einen Provisorischen Ball, wenn ich ihn nicht liegen sehe und weiß, dass er theoretisch aus dem Spiel sein könnte. Laut dem ET Referee hier absolut ok. :winking_face:  Bayern_Buddha

    Quote

    "Ich muss Dich bitten, nach Interpretation 10.2a/2 die Klappe zu halten!"

  • Jasabino

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  • Scheinbar war/bin ich nicht der Einzige, der mit Regel 10.2 Verständnisprobleme hat.

    Ich bin auch der Meinung, dass man in Privatrunden die Kirche im Dorf lassen sollte. Hier zählt für mich der Spaß am Spiel und die nette Zeit, die ich mit meinen Mitspielern verbringen möchte. Trotzdem kann ich für mich und meine regelmäßigen Mitspieler sagen, dass wir größtenteils regelkonform spielen. Der Austausch über den Platz, welchen Schläger man gerade benutzt hat, wie man selber den nächsten Schlag plant usw. zählt dann zwar nicht dazu, ist für mich aber in diesem Fall vernachlässigbar.


    Bei Tiger und Rabbit Turnieren ist das schon etwas zwiespältig. Ich denke aber, dass man auch hier, insbesondere mit den von Bayern_Buddha vorgestellten Zitaten, sauber arbeiten kann und auch sollte, damit die Rabbits von Anfang an die größtmögliche Regelsicherheit erlangen. Das der Begriff "größtmöglich" relativ ist, sieht man an den hier immer wieder stattfindenden Diskussionen und Nachfragen der Foristen. Oftmals ertappe ich mich, nach fast 20 Jahren Golfspiel, dabei, wie von mir als sicher interpretierte Situationen doch Raum für umfangreiche Diskussionen bieten (siehe hier z. B. das Thema "Luftschlag").

    Allerdings frage ich mich, ob insbesondere Regel 10.2 nur ein Problem im deutschsprachigen Raum ist? Meine Englischkenntnisse sind nicht gut genug, um zu beurteilen, ob die Briten/Amerikaner die selben Probleme mit den Feinheiten der Formulierung von Hinweisen/Beratung haben. Ich möchte auf jeden Fall niemals in einer Spielleitung sitzen, wenn im Nachgang darüber diskutiert wird, ob ein Spieler "...ich würde..." oder "...man kann..." gesagt hat.

  • Scheinbar war/bin ich nicht der Einzige, der mit Regel 10.2 Verständnisprobleme hat.

    Ich bin auch der Meinung, dass man in Privatrunden die Kirche im Dorf lassen sollte. Hier zählt für mich der Spaß am Spiel und die nette Zeit, die ich mit meinen Mitspielern verbringen möchte. Trotzdem kann ich für mich und meine regelmäßigen Mitspieler sagen, dass wir größtenteils regelkonform spielen. Der Austausch über den Platz, welchen Schläger man gerade benutzt hat, wie man selber den nächsten Schlag plant usw. zählt dann zwar nicht dazu, ist für mich aber in diesem Fall vernachlässigbar.


    Bei Tiger und Rabbit Turnieren ist das schon etwas zwiespältig. Ich denke aber, dass man auch hier, insbesondere mit den von Bayern_Buddha vorgestellten Zitaten, sauber arbeiten kann und auch sollte, damit die Rabbits von Anfang an die größtmögliche Regelsicherheit erlangen. Das der Begriff "größtmöglich" relativ ist, sieht man an den hier immer wieder stattfindenden Diskussionen und Nachfragen der Foristen. Oftmals ertappe ich mich, nach fast 20 Jahren Golfspiel, dabei, wie von mir als sicher interpretierte Situationen doch Raum für umfangreiche Diskussionen bieten (siehe hier z. B. das Thema "Luftschlag").

    Allerdings frage ich mich, ob insbesondere Regel 10.2 nur ein Problem im deutschsprachigen Raum ist? Meine Englischkenntnisse sind nicht gut genug, um zu beurteilen, ob die Briten/Amerikaner die selben Probleme mit den Feinheiten der Formulierung von Hinweisen/Beratung haben. Ich möchte auf jeden Fall niemals in einer Spielleitung sitzen, wenn im Nachgang darüber diskutiert wird, ob ein Spieler "...ich würde..." oder "...man kann..." gesagt hat.

    Zum Verständnis. Auch bei Turnieren wie dem Monatsbecher, kann man meiner Ansicht nach ruhigen Gewissens die Regel 10.2 etwas aufweiten. Gerade wenn es um unerfahrenere Spieler geht.

  • Ich möchte auf jeden Fall niemals in einer Spielleitung sitzen, wenn im Nachgang...

    Keine Angst, wird nicht passieren. Habe schon viele Regeldiskussionen erlebt, zu diesem Thema aber noch nie. Gehört für mich in einem Forum in den Bereich: Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben.

  • Zum Verständnis. Auch bei Turnieren wie dem Monatsbecher, kann man meiner Ansicht nach ruhigen Gewissens die Regel 10.2 etwas aufweiten. Gerade wenn es um unerfahrenere Spieler geht.

    Naja...


    In einer Privatrunde ist doch alles erlaubt! Sogar ich spiele hin und wieder mit 2 Bällen, übe auf der Runde, schenke mir einen Putt, lege mir den Ball besser...

    In vorgabenwirksamen Zählspiel-Runden geht es aber darum, dass alle im Feld nach den selben Regeln spielen. Und damit die Ergebnisse im gesamten Feld vergleichbar sind.


    Dann hat zwar ein unerfahrener Spieler, dem durch Aufweichung der 10.2 viel Gutes widerfahren ist, einen erheblichen Vorteil gegenüber den unerfahrenen Spielern, deren Spielpartner die Regeln richtig auslegen.


    Servus,

    Rüdiger

  • Da wären wir wieder beim Thema Kirche im Dorf lassen. Ich halte den Vorteil für Überschaubar.

  • Dann hat zwar ein unerfahrener Spieler, dem durch Aufweichung der 10.2 viel Gutes widerfahren ist, einen erheblichen Vorteil gegenüber den unerfahrenen Spielern, deren Spielpartner die Regeln richtig auslegen.


    Servus,

    Rüdiger

    Da kann man dem unerfahrenen Spielpartner beim nächsten mal nur einen Spielpartner wünschen, der den Stock nicht völlig quer im Arsch hat.

    Abgesehen davon, ist es natürlich auch eine Erfahrung, dass es solche und solche Flightpartner gibt. Und wenn der unerfahrerene ein paar Turniere gespielt hat und beide kennengelernt hat, ist er vielleicht gar nicht mehr so "un"erfahren :winking_face:

  • Ich halte den Vorteil für Überschaubar.

    Aus eigener Erfahrung würde ich dem widersprechen wollen. Rabbits machen manchmal einen unbeschreiblichen Käse, weil sie´s nicht besser wissen Ich habe etliche Male als Tiger fungiert.

    Das Problem ist doch, wo man die Grenze setzt; das würde doch jeder anders handhaben. Insofern würde ich Rüdiger schon zustimmen - nach dem Motto „Ein Kind, das sich die Finger ander Herdplatte mal verbrannt hat, … ” und z.B. weil wohl jeder Tiger die Sache anders handhabt. Auch da wäre die Chancengleichheit nicht gewahrt.

    Beim Provi sehe ich das wie die meisten hier: Spielgeschwindigkeit ist wichtiger.

  • Ist das mit dem überschaubaren Vorteil nicht bei vielen Golfregeln so? Wenn ich beim Probeschwung z. B. einen Ast berühre und dabei ein Blatt abfällt, wo ist da der Vorteil beim anschließenden Schlag nach dem Ball? Trotzdem wird diese Handlung genauso bestraft, als wenn ich den ganzen Ast beim Probeschwung abschlage und damit die Bedingungen für den Schlag nach dem Ball extrem verbessere.

    Ich wollte hier keine Grundsatzdiskussion lostreten und ich glaube auch daran, dass die Foristen, die sich hier mit dem Thema Regeln ernsthaft beschäftigen, diese auch in den Turnieren nach bestem Wissen anwenden. Ich denke, jeder muss für sich entscheiden, wo er bei der Regelauslegung eine Grenzen zieht. Ich versuche für mich persönlich, mich so genau wie möglich an die Regeln zu halten. Dies war auch der Grund, warum ich diesen Thread eröffnet habe. Ich wollte für mich Sicherheit in der Auslegung dieser Regel erhalten. Ich bin aber auch in der Lage, sofern ich der Meinung bin, dass jemand nicht vorsätzlich betrügt, die Regeln bei anderen großzügig auszulegen. Um bei dem oben genannten Beispiel mit dem Blatt zu bleiben. Ich würde mir die zwei Strafschläge aufschreiben. Meinen Mitspieler würde ich Fragen, ob er bemerkt hat, dass er ein Blatt abgeschlagen hat? Den Rest überlasse ich ihm.

  • Ich habe bei einem Tiger & Rabbit noch nie mitgespielt, aber wie ist das denn mit den Regeln vereinbar?

    Gute Frage.


    War bisher 2 mal Tiger. Vorgabenwirksam ist das zumindest bei uns nur für die Rabbits.

    Der Tiger soll sein eigenes Spiel hinten anstellen und den Rabbits helfen.

    Natürlich nicht mit Hinweisen zur Schlägerauswahl. Stand-/Ballposition oder gar Schwungtipps.

    Sondern einfach beratend, um Fehler die jeder schon mal selbst gemacht (und hoffentlich daraus gelernt) hat, zu vermeiden.

    Dinge wie:

    Erkenne und identifiziere Deinen Ball.

    Spiele nicht den falschen Ball.

    Warte mit dem Putten, bis der andere Ball vor dem Loch markiert ist.

    Spiele nicht vom falschen Ort.

    Erleichterung - wann möglich, welche Möglichkeiten und wie korrekt ausgeführt.

    Droppen, richtige Ausführung, verschiedene Möglichkeiten, was ist sinnvoll.

    Es gibt auch Platzregeln, kenne sie, die können helfen.

    Regeln in Penalty Area und Bunker

    Provisorischer Ball - wann sinnvoll, wann ausdrücklich unmöglich, sicherstellen den Provi vom Originalball unterscheiden zu können.

    Wann kannst Du schlagen, sollst Du schlagen, wann auf gar keinen Fall.

    Platzkenntnisse weitergeben.

    Zügiges Spiel.

    Auch mal psychische Aufbauhilfe, wenns nicht läuft.

    FORE!


    In wie weit das dann als Belehrung interpretiert werden könnte, ist sicher schwer abzugrenzen.

    Nachdem was man hier liest, wäre vorab ja der Besuch eines Rhetorik-Seminars zu empfehlen....

    Durchschnittlich alle 11 Minuten verfehlt ein Golfer das Grün. Kein Problem für mich, ich parchippe jetzt.

  • Genauso läuft das bei uns schon seid Jahren mit der Ausnahme es heißt bei uns nicht Tiger & Rabbit und die "Tigers" spielen selbst beim Turnier gar nicht mit, sondern gehen als "übergeordneter" Marker mit den 1-3 Rabbits (je nach Spielstärke der Leute >= WHI 36)

  • Ich habe bei einem Tiger & Rabbit noch nie mitgespielt, aber wie ist das denn mit den Regeln vereinbar?

    Gar nicht.

    Genauso läuft das bei uns schon seid Jahren mit der Ausnahme es heißt bei uns nicht Tiger & Rabbit und die "Tigers" spielen selbst beim Turnier gar nicht mit, sondern gehen als "übergeordneter" Marker mit den 1-3 Rabbits (je nach Spielstärke der Leute >= WHI 36)


    So haben wir das auch immer gehandhabt.

    Mit etwas "Anleitung" zur Vorbereitung waren die meisten Tiger in der Lage zu unterscheiden, was "Auskunft über eine Regel" bzw "Information über allgemein kenntliches" ist und was "Einfluss auf die Entscheidung des Spielers über die Spielweise" ist.

    Wir haben die Runde auch immer "im kleinen Kreis" nachbereitet. Also mit den Rabbits nach der Runde über "Entscheidungen und Strategie" gesprochen. Das wurde auch sehr positiv aufgenommen.


    Selbst "vorgabenwirksam" spielen ist unter solchen Voraussetzungen m.E. nicht möglich. Außer man fokusiert sich auf sein Spiel und läßt den/die Rabbits irgendwie rumlaufen.


    Aber die Zeiten ändern sich.

    Inzwischen wird bei meinem zukünftigen Ex-Club beim Tiger&Rabbit Brutto, Damen und Herren getrennt Netto bis 26,4 und Netto ab 26.5 vorgabenwirksam gespielt :fearful_face:

    Viele Grüsse


    HN1

  • Alles reine Spekulation...das After Work Golfen wird wegen WHS eingestampft, ich mochte das Format sowieso nie, weil 3,5 Stunden für neun Loch sind mir zu lang...vor dem Lock Down waren diese Turniere bei uns total überlaufen mit teilweise 11 oder mehr Flights, die Kanonenstart gemacht haben.


    Beginner Cup ist OK für die Neumitglieder zum reinkommen. Hier würde ich im Jahr 6 oder 10 Stück davon spielen: 3-5mal 1-9 und das selbe mit 10-18.

    Quote

    "Ich muss Dich bitten, nach Interpretation 10.2a/2 die Klappe zu halten!"

  • Mal ehrlich, wenn ein Anfänger mich im Turnier fragen würde welchen Schläger er nehmen sollte für Distanz XY wäre ich ohnehin überfordert.

    Es gab Zeiten in meinen Anfängen da habe ich mit fast allen Schläger fast die gleichen unzureichenden Längen erzielt.

    Auf dem Grün hat mich noch nie jemand gefragt wie er putten sollte, dass scheint für die meisten Einsteiger die einfachste Übung zu sein, obwohl

    es mit die anspruchvollste ist.

    Da ich kein Golflehrer bin und selbst noch genug Fehler in meinem Spiel habe käme ich gar nicht auf die Idee irgendwelche Tipps im Turnier zu

    verbreiten.

    Sowohl in privat Runden als auch auf der Range habe ich schon oft genug beobachtet wie z.B. der Spieler mit HCPI 36 dem 52er erklärt wie er es zu machen hat.

    Da kann sich jeder selbst ausmalen wie sinnvoll es ist. :see_no_evil_monkey:

    Wenn mich allerdings ein Gast auf meinem heitmatlich Geläuf fragt, ob da z.B. eine Ausgrenze ist dann gebe ich gerne Auskunft.

    Das ganze Thema Belehrung ja oder nein war in meinen etlichen Turnier-Runden noch nie ernsthaft ein Thema.

  • Da kann man dem unerfahrenen Spielpartner beim nächsten mal nur einen Spielpartner wünschen, der den Stock nicht völlig quer im Arsch hat.

    Abgesehen davon, ist es natürlich auch eine Erfahrung, dass es solche und solche Flightpartner gibt. Und wenn der unerfahrerene ein paar Turniere gespielt hat und beide kennengelernt hat, ist er vielleicht gar nicht mehr so "un"erfahren :winking_face:

    Hier legt der der Hase im Pfeffer.

    Mit nem erfahrenen Flightpartner an der Seite, mögen schon ein/zwei/drei "leichte" Anmerkungen dem Beginner äußerst hilfreich sein.

    Das mit den Regeln kapiert der Rookie vermutlich schneller als viele denken. Sie beschäftigen sich (oft) damit.

    Das kann sogar (fast) innerhalb des Regelwerks erfolgen, und hilft ihm (dem Beginner) trotzdem.

    So ist es auch gedacht, der Neuling lernt daraus. Das ist Sinn der Sache.

    Ein/zwei/dreimal an so einem Turnier teilgenommen, sind viele schon für das folgende Turnierleben gerüstet.

    Eigentlich ist damit allen geholfen, Das "letzte Komma" muss man da noch nicht aus dem Regelwerk anwenden.

    Leben und leben lassen. :winking_face:


    Der Ernst der Sache kommt meistens doch schnell genug.

    Nicht pfuschen, das wäre unfair anderen gegenüber, aber etwas großzügig zu sein hat noch niemandem geschadet.

    Wie gesagt, alles nur dem "Rabbit" zu liebe, möge ein Tiger daraus erwachsen.

    Ball-Test beendet. :flag_in_hole:

    Jetzt wieder zum Wichtigsten, der Ball muss ins Loch. :winking_face:

  • Den Anfänger/die Anfängerin frage ich schon mal: Du kennst die Regel "unspielbarer Ball"? Entweder es kommt ein Ja oder ich erkläre sie ihm/ihr. In beiden Fällen denkt er/sie meist nach, was man tun könnte. Das ist keine Belehrung und hilft trotzdem.

  • Interessant: Was ist der kleine Kreis? Das klingt für mich erfolgversprechend.

    Mit "kleiner Kreis" meinte ich entweder die Spielgruppe oder (bei überschaubarem Teilnehmerfeld) auch alle Rabbits die mitgespielt haben.

    Einfach nach der Runde direkt noch mal "auffälliges" ansprechen (z.B. aus dem Hardrough den kürzesten weg zum fairway statt zur Fahne spielen. Ball für unspielbar erklären statt wild drauflos hacken, ...)

    Viele Grüsse


    HN1

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