Posts by SirN

    Nur sind Golfspielende eben Golfer die gerade auf dem Platz sind und spielen

    Ich finde die Konstruktion auch nicht so toll. Aber die Begründung würde mich trotzdem mal interessieren. Wenn ich das richtig sehe, wird "Golfspielende" dafür hier als ein Partizip Präsens betrachtet. So wie in "Vorsicht, spielende Kinder!". Ein Partizip ist eine Mischform aus Verb und Adjektiv, oder anders gesagt, eine Verbform, die als Adjektiv taugt. Es gibt zwei Varianten, "spielende Kinder" ist das Partizip Präsens, "gespielter Witz" wäre das Partizip Perfekt.
    Sind spielende Kinder denn immer Kinder, die genau jetzt spielen? Im zweifle, aber lassen wir das mal so stehen. Dann kommt hier aber noch dazu, dass bei den "Golfspielenden" die spezielle Verbform des Partizips auch noch substantiviert wird. Und da wird es mit der Zeitform richtig schwierig, "Golfgespielt-habende" gibt es nicht.

    Nun bin ich kein Germanist, und ich kann mich sowieso auch immer irren. Aber die einfache Begründung s.o. überzeugt mich erstmal nicht. Da müsste noch mehr kommen...

    So, endlich kann ich auch US Open schauen. War in Kärnten das lange Wochenende und da habe ich keine Möglichkeit

    In ein paar Jahren gibt es bestimmt auch in Kärnten Internet. Halte durch!

    In vielen Köpfen ist nicht angekommen, daß so ein Golfclub ein Sportverein ist.

    Ist er das? Bei uns würdest du mit dieser Behauptung (leider) keine allgemeine Zustimmung erreichen. Für sehr viele steht die "Geselligkeit" im Vordergrund.

    Tag 11, 12 Cork

    Wieder weiter auf dem Wild Atlantic Way. Nach drei Stunden Fahrt über die Nebenstrecke entlang der Küste und zwei kurzen Zwischenstops in Skibberean und Bandon erreichen wir Cork. Unser luxuriös renoviertes Appartement liegt zentral, so dass wir die Stadt zu Fuß unsicher machen können. Cork ist ein quirliges Städtchen mit jeder Menge Pubs und Restaurants, und bei weiterhin schönem Wetter zieht es die Menschen nach draußen. Wir probieren ein paar neue Biersorten und kriegen endlich auch mal Fish and Chips. Ein echtes Must-See ist die Markthalle (English Market).

    Für einen Ausflug nach Kinsale und Old Head reicht die Zeit auch noch. Ein romantischer Hafen mit guten Möglichkeiten zum Shoppen. Den Golfplatz können wir nur von außen bewundern. Etwas außerhalb liegt ein Haus mit der Adresse "Wild Atlantic Way No. 1". Was für eine Anschrift.


    Tag 13 Cork Golf Club

    Der Club liegt unmittelbar vor den Toren der Stadt, für uns etwa 20 Minuten Fahrt. Es handelt sich um einen Parkland-Kurs, der aber sehr offen und eher großzügig angelegt ist. Einige Bahnen verlaufen am Wasser und haben fast Links-Charakter. Die Steigungen sind moderat, so dass man den Platz gut zu Fuß bewältigen kann. Insgesamt macht die Runde bei 14 Grad, moderatem Wind und ohne Regen viel Spaß, vor allem weil die Bahnen sehr abwechslungsreich sind. Der Pflegezustand ist gut bis sehr gut, vor allem die Grüns treu und schnell. Ein Club, wo man gerne auch Mitglied sein möchte. Ein kleines Manko sind die Stellen, wo Bahnen sich kreuzen und z.B. vom Abschlag aus ein anderes Grün direkt überspielt werden muss. Vermutlich ist das dem Alter des Platzes geschuldet (von 1888) und Umbauten, um ihn zu verlängern.

    Die vier heimischen Senioren im Flight vor uns sind im Übrigen ein Beleg, dass auch auf der Insel nicht immer zügig gespielt wird und freie Bahnen voraus bei einem ständig auflaufenden Nachfolger-Flight noch lange kein Grund zum Durchspielen sind. Man kann genau wie in Deutschland auch einfach angestrengt in eine andere Richtung wegsehen.


    Tag 14-16 Wexford

    Eine gemütliche Fahrt durch eine weite Hügellandschaft mit Zwischenstationen in Youghal (ganz süß ), Dungarvan (gute, friedliche Stimmung) und Waterford (angeblich die älteste Stadt Irlands, viele Museen und eine ganz nette Fußgängerzone) bringt uns nach Wexford. Das Appartement im vierten Stock liegt direkt am Wasser und bietet eine fantastische Aussicht auf die Bucht und die Stadt bei 18 Grad, Windstille und wolkenlosem Himmel, so dass wir die Stadtbesichtigung erstmal aufschieben.

    Die holen wir dann natürlich nach. Mir gefällt die Stadt von den bisher gesehenen am besten, weil sie belebt ist, aber ohne die Hektik einer größeren Stadt. Außerdem hat sie einen Hafen, und in der Nähe gibt es schöne Strände. Wir machen einen Ausflug in die nähere Umgebung und essen hervorragende Fish and Chips an einer Hafenbude.


    Tag 15 Rosslare Golf Links

    Jetzt wieder richtiges Linksgolf. Ganz klassisch, praktisch alle Spielbahnen verlaufen direkt hinter den Dünen parallel zum Strand, bieten trotzdem jede Menge Abwechslung. An diesem traumhaften Tag mit strahlend blauem Himmel möchte man nirgendwo anders sein. Den Platz würden wir auch beim nächsten Irlandurlaub ganz sicher wieder einbauen wenn es zur Streckenplanung passt, vor allem wenn man auch das Greenfee betrachtet. Für einmal Ballybunion kann man viermal Rosslare spielen... und weniger Spaß hatten wir hier nicht, es geht halt nur weniger pompös und mondän zu.

    Eine Warnung: Auf dem Platz sind Räuber unterwegs, wir werden Opfer eines ruchlosen Überalls. Die Räuber sind Raben(-Krähen), die uns die mitgebrachte Verpflegung aus dem Bag klauen, als es einmal nicht direkt in unserer Nähe steht. Also entweder immer alle Reißverschlüsse richtig schließen, oder das Bag ständig beaufsichtigen.


    Tag 17 Birr

    Zwischenstop in Kilkenny. Der mittelalterliche Ort wurde größtenteils schön restauriert. Hinter der Burg liegt ein großer schöner Park, wo heute ein Oldtimer-Treff stattfindet, "Classic Irish Cars".

    Unser Cottage etwas außerhalb von Birr ist wieder gut ausgestattet und gepflegt. Birr selbst ist ein Örtchen, auch wieder mit mittelalterlichem Hintergrund, wo sich alles um die Burg dreht. Die ist schon aufgrund des Parks einen Besuch allemal wert. Mitten im Park hat einer der vergangenen Earls, der sich der Wissenschaft verschrieben hatte, das größte Teleskop seiner Zeit gebaut und damit einige astronomische Entdeckungen gemacht.


    Tag 18 Birr Golf Club

    Der Lage entsprechend handelt es sich um einen Parkland-Kurs. Toll angelegt und in die hügelige Landschaft eingefügt. Das Wetter ist leider mau, nach einigen schönen Tagen sind wir wieder auf 13 Grad und dauernden Sprühregen zurück gefallen. Der Regenanzug bleibt diesmal an. Trotzdem ist das Spaß-zu-Greenfee Verhältnis unschlagbar. Wer in der Nähe ist: Hinfahren und spielen! Der Pflegezustand ist ebenfalls gut bis sehr gut.


    Tag 19-21 Dublin

    Unsere Reise nähert sich dem Ende. Wir fahren mit kurzen Zwischenstationen in Tullamore, Portlaoise und Kildare nach Dublin. Ganz in der Innenstadt haben wir ein privates Appartement gemietet. Unschlagbarer Vorteil: Es verfügt über eine Parkmöglichkeit, was in Dublin City eher rar ist.

    In Dublin ist die Hölle los. Sämtliche Einwohner nutzen den June Bank Holiday und das schöne Wetter zum Shopping oder einen Besuch in den Pubs. Mir ist das schon fast ein bisschen zu viel, vor allem in der gestopft vollen Straßenbahn, die den seltsamen Namen Luas hat. Nach zwei Jahren Corona ist mir das nicht ganz geheuer. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass weniger empfindliche Menschen den Trubel genießen. Quirlig und lebhaft ist Dublin jedenfalls.

    Wem der ganze Rummel zu viel wird, dem kann man unbedingt einen Ausflug nach Howth empfehlen. Die Halbinsel könnte das Sylt der Dubliner sein, die Atmosphäre ist jedenfalls ähnlich. Es gibt einen superschönen Hafen für Yachten und Fischerei, dort reihen sich Restaurants und Geschäfte wie an der Schnur gezogen auf, die frisches Seafood anbieten. Verschiedene Rundwege laden zu Spaziergängen oberhalb der Klippen ein.


    Tag 20 Druid's Heath

    Der ursprüngliche Plan war, Druid's Glen zu spielen, aber der Platz wird 2022 ausführlich renoviert und ist geschlossen. Druid's Heath ist aber eine hervorragende Alternative. Heathland ist nochmal was anderes und rundet die Platzauswahl ab. Nichts anderes ist die Qualität und der Spaßfaktor, da reiht sich der Platz lückenlos ein. Ein würdiger Abschluss, und das bei fast sommerlichen Verhältnissen - konkret: Die Iren spielen in kurzer Hose und im Polo, und wir ziehen ernsthaft in Erwägung, den zweiten Pulli auszuziehen.


    Letzter Tag Abreise und Fazit

    Mietwagen abgeben und Abflug nach Hause. Die Abwicklung des Flugs ist unterirdisch, so etwas Schlechtes habe ich noch nie erlebt. Zwei Stunden vor Abflug hat kein einziger Eurowings Schalter geöffnet, 150 Leute stehen Schlange und es geht keinen Zentimeter voran. Das bleibt auch so für die nächsten 1,5 Stunden. Dann werden drei Schalter geöffnet. Die Stimmung ist inzwischen so aufgeladen, das es zu Gebrülle kommt, Handgreiflichkeiten sind nicht weit weg. Mitten im Einchecken müssen wir den Schalter wechseln, da ist aber schon wer. Zwischendurch weiß niemand mehr, wem welches Gepäckstück gehört. Am Ende werden irgendwelche Etiketten bunt gemischt auf das Gepäck geklebt. Mit dem Golfgepäck müssen wir quer durch die Halle, aber der Schalter ist durch die ukrainische Fußball-Nationalmannschaft blockiert. Ich habe ja auch mal Fußball gespielt und checke zwei, drei von den Jungs einfach weg (OK, die waren sehr nett und haben uns durchgelassen). Nutzt aber nix, wir erfahren, dass wir nun doch ganz woanders hin müssen, ein Stockwerk höher und quer durch das Terminal. Immerhin dürfen wir danach den Security Check per Fast Lane passieren und kommen letztlich wenige Minuten nach geplantem Abflug am Gate an. Dort ist von Boarding nichts zu sehen. Und wie bisher gibt es von Eurowings absolut Null Infos, weder per App, SMS oder Infotafel. Eurowings, zero points.

    Irgendwann kommen wir dann trotzdem zu Hause an. Nach 2200 km Rundreise sind wir fast ein bisschen erschöpft, aber auch sehr zufrieden. Vor allem mit dem Golferlebnis. Irland hat seinem Ruf alle Ehre gemacht. Zwei Plätze kann man besonders hervorheben: Rosslare bei den Linkskursen, und Birr bei den Parklands. Hier bekommt man ein tolles, authentisches Golferlebnis zu einem kaum zu schlagenden Preis geboten. Keine Plätze für reiche Touristen, sondern richtige Clubs mit echten Mitgliedern.

    Wegen der Städte und Orte muss man dagegen nicht unbedingt nach Irland fahren. Das können andere europäische Länder genauso gut.

    Überwältigend ist die Landschaft. Daran kann man sich richtig sattsehen, ein toller Eindruck jagt den anderen.

    Reisebericht Irland 2022

    Gerade zurück aus Irland. Diese Reise hätte eigentlich schon 2020 stattfinden sollen. Drei Wochen Rundreise durch die südliche Hälfte der Insel, teilweise basierend auf der "ADAC Traumstrasse", neun verschiedene Unterkünfte und zehn Golfplätze. Alles vorausgeplant und -gebucht, damit wir vor Ort damit keinen Stress mehr haben. Und dann alles wieder storniert wg. Corona und jetzt nochmal neu geplant.


    Tag 1 Anreise

    Flug Düsseldorf-Dublin, Eurowings hat 1 Stunde Verspätung, aber was soll's. Immerhin haben sie unser Golfgepäck nicht geschreddert. Beim Mietwagen in Dublin kriegen wir einen Skoda Kodiaq statt des erwarteten Insignia, ganz schöne Kiste und ich bin ja eigentlich kein SUV Fan. Aber unsere zwei Travelbags passen problemlos zusammen mit den Koffern in den Kofferraum.

    2,5h Fahrt nach Galway, das gemietete Appartement ist schön renoviert und liegt direkt an der Bucht, vom Strand trennt uns nur die Promenade. Der stürmische Wind macht es ein bisschen ungemütlich und lässt die 15 Grad sehr viel kühler erscheinen. Einkaufen und Essen machen. Dann noch ein bisschen Abendstimmung über der Bucht genießen und der Tag ist vorbei. Erfolgreicher Start in den Urlaub.


    Tag 2 Galway Golf Club

    Morgens Sightseeing in Galway, ein nettes Städtchen mit vielen Studenten. Bei "Golf Style" erstehen wir zwei simple Pulltrolleys, die uns unabhängig von Leihgeräten machen. Um alles ausführlich anzugucken, fehlt leider erstmal die Zeit.

    Denn es folgt die erste Golfrunde, im Galway Golf Club. Der Platz ist traumhaft angelegt und in perfektem Zustand. Die ersten vier Bahnen sind direkt am Wasser, danach geht es in die dahinter liegenden Hügel, von einem echten Linkscourse kann man also nicht sprechen. Es herrscht immer noch Sturm und wir haben echt zu kämpfen. Wir sind am Ende ziemlich ausgepowert, aber es war ein super Erlebnis und wir können den Platz uneingeschränkt empfehlen.


    Tag 3 Limerick

    Das Wetter wird besser. Der Sturm lässt nach, jetzt ist es nur noch windig bei 18 Grad ohne Regen. Für die Iren ist das T-Shirt-Wetter, wir bleiben bei Pullis. Morgens gucken wir uns noch den Rest von Galway an, dann weiter Richtung Limerick. Aber nicht direkt, sondern erstmal eine tolle Fahrt auf dem Wild Atlantic Way zu den Cliffs of Moher. Ich hatte Naturerlebnis erwartet, das teilen wir allerdings mit Tausenden anderen Touris. Warum man sich einen Film über die Cliffs im Visitor Center angucken soll, wenn man 50 Meter weiter das Original hat, wird mir nicht ganz klar. Aber die Natur ist trotz des ganzen Auftriebs echt beeindruckend. Muss man mal gesehen haben.

    Die Fahrt geht weiter über Lahinch, wo wir einen kurzen Blick auf den Golfplatz werfen können. Sieht traumhaft aus, wir hatten den Platz ursprünglich auch auf unserer Liste, aber wieder gestrichen, weil wir auch ein paar weniger prominenten Plätzen eine Chance geben wollten. In Limerick einchecken in unsere riesige Suite, das Bad hat die Abmessungen eines Ballsaals. Abendessen. An der Hotelbar kann man PGA Championship bei Guiness und anderen einheimischen Getränken gucken.


    Tag 4

    Limerick gucken. Die Stadt versprüht einen, sagen wir mal, eher spröden Charme. Wenn man sich die Bielefelder Innenstadt vorstellt, in der ein paar 800 Jahre alte Ruinen versprenkelt worden sind, hat man einen halbwegs zutreffenden Eindruck. Hinterher noch ein Spaziergang am Shannon, wir lassen uns vom immer noch kräftigen Wind noch ein bisschen durchpusten.


    Tag 5 Charleville Golf Club

    Den Golfplatz erreicht man von Limerick aus in ca. 40 Minuten. Wir haben ihn ins Programm genommen, weil wir gerne eine bunte Mischung spielen wollten, nicht nur die touristischen High-End Kurse. Charleville haben wir als einen "Value for Money" Kurs aus unserem Golfreiseführer für Inland rausgesucht. Und für 25€ Greenfee bietet er jede Menge Value. Ein wirklich schön angelegter Kurs mit akzeptablem Pflegezustand. Viele alte Bäume und ein gutes Platzdesign. Wir sind fast alleine unterwegs, weil vorher beim Damengolf einige Teilnehmerinnen angesichts des Regens dann doch lieber verzichten. Unsere Regenanzüge können wir aber nach einer Stunde wieder ausziehen und es wird auch wettermäßig ein schöner Tag.

    Nach der Runde geht die Fahrt über ziemlich kleine Straßen durch Wälder, Heide- und Moorgebiete und über Hügel in tausend Grüntönen weiter bis nach Tralee. Unsere Unterkunft ist ein ehemaliges Schulgebäude, kultig aber leider nicht gut gepflegt und nicht allzu sauber. Für zwei Tage OK...


    Tag 6 Ballybunion

    Jetzt ein Kurs vom ganz anderen Ende der Skala. Ballybunion steht im aktuellen Irland-Ranking mal wieder auf Platz eins, und wir können nichts entdecken, was daran falsch sein sollte. Natürlich sind solche Rankings immer auch subjektiv, und ob es nun Platz eins oder doch nur drei sein muss, darüber kann man ewig streiten. Jedenfalls erleben wir eine Golfrunde, an die wir uns sicher noch lange erinnern werden, auf einem herausragenden Platz mit tollem Design und Layout und in perfektem Zustand. Linksgolf vom Feinsten. Das Wetter spielt auch mit: Am Morgen regnet es noch heftig, aber das hat schon aufgehört, als wir am Platz ankommen. Der Wind ist zwar immer noch recht kräftig, aber das gehört zu Linksgolf ja irgendwie unverzichtbar dazu.


    Tag 7 Dingle Golf Links

    Wie verlassen unsere Wohnung in Tralee und fahren wieder auf den Wild Atlantic Way. Zunächst entlang der Küste, an der Nordseite der Halbinsel Dingle, dann quer durch die Berge über den Connor Pass. Die Aussicht ist fantastisch, wenn man nicht gerade in eine dichte Suppe aus Wolken, Nebel und Regen blickt. Aber selbst das ist spektakulär. Nach gut einer Stunde Fahrt gelangen wir zu den Dingle Golf Links. Der Platz ist vielleicht nicht ganz so bekannt wie Ballybunion, aber steht ihm kaum nach. Vielleicht ist das hier sogar das ursprünglichere, authentische Golferlebnis. Es sind auch viel weniger Touristen hier. Wir genießen die Runde jedenfalls sehr, vor allem nachdem wir mal wieder auf den zweiten Neun die Regenanzüge ausziehen können. Scheint ein Muster zu sein, morgens Regen, später trockener, aber immer sehr windig.

    Von Dingle aus auf die nächste Halbinsel, über den Ring of Kerry nach Kells, kurz vor Cahersiveen. Wir haben ein Cottage in den Hügeln oberhalb der Bay gemietet, es ist sehr gepflegt und bestens ausgestattet. Auf der einen Seite hat man einen weiten Blick über das Wasser, auf der anderen in die Berge. Abends machen wir ein Torffeuer im offenen Kamin.


    Tag 8 Cahersiveen, Portmagee, Waterville

    Wir nutzen den golffreien Tag für einen Ausflug entlang der Küste und durch die Berge. Weitere Teilstücke des Ring of Kerry präsentieren sich wildromantisch. Die Örtchen sind klein bis winzig und verschlafen, das Wetter treibt weder die Einheimischen noch die Touris auf die Straßen. Wir sind imerhin recht erfolgreich beim Shoppen, unter anderem finden wir bei einem Trödler einen Putter, geschätzt von Anfang 20. Jahrhundert. Vielleicht können wir später etwas mehr über das Teil raufinden.

    Portmagee lebt heutzutage vor allem von der Erinnerung an die Dreharbeiten zu Star Wars, Szenen des letzten Teils wurden auf einer Klosterinsel 12 Kilometer vor der Küste gedreht. Trekkies können Bootstouren dahin buchen.


    Tag 9 Waterville Golf Links

    Ein Tag wie aus dem Irland-Prospekt. Ich hatte mich schon gefragt, wann die die Fotos dafür machen. 15-18 Grad, blauer Himmel, mäßiger Wind.

    Heute spielen wir in Waterville den zweiten Linkscourse aus der "höheren" Kategorie. Wieder etwas touristischer, aber es fühlt sich nie unecht an. Wie könnte es auch, der Platz ist von 1889. Dass er heutzutage auch gerne von Amerikanern auf Europatour besucht wird, wollen wir ihm nicht ankreiden. Die beiden aus dieser Gattung bei uns im Flight sind außerdem auch sehr nett und eine angenehme Begleitung.

    Der Platz ist fantastisch. Besser kann Golf nicht sein. Vielleicht anders, aber nicht besser. Es stimmt einfach alles: Die Landschaft, das Layout und Design, der Pflegezustand. Mein persönliches Highlight bisher.

    Irgendwann ist aber auch diese Runde leider zu Ende, und wir fahren wieder auf den Ring of Kerry. Traumhafte Aussichten auf blaue Buchten, weite Täler und enge Schluchten, hohe kahle Berge und grüne Wiesen. Man kann gar nicht so viel gucken, wie es Dinge zu bestaunen gibt.

    Nach knapp 2 Stunden kommen wir dann in Glengarriff an und finden ein sehr schön renoviertes Cottage vor.


    Tag 10 Bantry Bay Golf Club

    Der Kurs ist nur 8 Minuten von unserem Cottage entfernt. So haben wir vorher noch Zeit, uns Glengarriff anzugucken. Da ist heute ein kleiner Markt und bei einer Deutschen Hippielady kaufen wir ein Silberarmband. Es gibt auch jede Menge irische Wollprodukte, aber für uns geht es erstmal weiter zum Golfen. Als wir dort ankommen und ein paar Löcher beäugen können, entschließen wir uns spontan, ausnahmsweise mal ein Cart zu nehmen. Gute Entscheidung, denn die Hügel über der Bucht sind teils echt steil. Wenn man oben ist, bieten sich dafür atemberaubende Blicke. Der Kurs selbst ist schön angelegt, Signature Hole dürfte die 10 sein, wo das Fairway gefühlt 15 Meter breit ist. Links die Klippen, rechts Gestrüpp. Ein Linkskurs ist es übrigens nicht, auch wenn einige Bahnen dicht am Wasser verlaufen. Pflegezustand ist eher so mittel, vor allem die Fairways könnten gerne etwas kürzer gemäht werden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, es ist trotzdem wieder ein toller Tag mit jeder Menge Spaß bei perfektem Wetter, 18 Grad, Sonne, nur noch wenig Wind. Und das Greenfee ist ja auch nicht zu hoch.