Posts by Bayern_Buddha

    Ich würde auch nie einen Nachweis verlangen. Dass Spieler selbst anfangen, die Zeit zu stoppen, habe ich bei meinem letzten Profiturnier auch nicht gesehen.

    Wenn ich sehe, dass es Schwierigkeiten geben könnte, wird die Stoppuhr schonmal bereit gelegt, dann hingefahren und bei der Suche unterstützt.

    Wenn nach meiner Stoppuhr ca. 2:30min vorbei sind, frage ich nach, wie lange man noch suchen möchte. Meistens einigen sich die Suchenden dann auf den Abbruch der Suche.

    Oder ich warte in der Ferne etwas ab und fahre dann hin und frage, ob ich denn helfen könnte. Dann ist üblicherweise auch recht schnell Ende der Suche.

    Besonders, seit man nicht mehr 5min Zeit hat.


    Meine Erfahrung ist, was die Ballsuche bei Profis und Hochklassigen Amateuren angeht, eine sehr Positive. Da wird schnell geschaut und wenn man der Meinung ist, dass man aus der Grütze, in der man gerade sucht, den Ball sowieso kaum rausbekommen würde, dann schnell bei seinem provisorischen Ball ist.


    Ist aber nur meine Erfahrung. Mit der Ballsuche halten sich höherklassige Spieler/innen kaum auf. Die Zeit, die verloren geht, geht bei der Schlagvorbereitung drauf.


    Servus,

    Rüdiger

    Da läuft doch immer ein Referee mit!!!? Wieso sagt der nichts ?

    Die einzigen Events, die ich kenne, bei denen ein Referee mit jeder Spielgruppe mitläuft ist Open Championship und Ryder Cup.

    Bei "normalen" Events sind vielleicht maximal 10 Referees auf dem Platz.

    Oder der caddy ? Oder der Spielpartner?

    Weil Sie die elementarste Regel nicht kennen: Regel 1.3b

    Kennst Du sie?


    Servus,

    Rüdiger

    Zum Verständnis. Auch bei Turnieren wie dem Monatsbecher, kann man meiner Ansicht nach ruhigen Gewissens die Regel 10.2 etwas aufweiten. Gerade wenn es um unerfahrenere Spieler geht.

    Naja...


    In einer Privatrunde ist doch alles erlaubt! Sogar ich spiele hin und wieder mit 2 Bällen, übe auf der Runde, schenke mir einen Putt, lege mir den Ball besser...

    In vorgabenwirksamen Zählspiel-Runden geht es aber darum, dass alle im Feld nach den selben Regeln spielen. Und damit die Ergebnisse im gesamten Feld vergleichbar sind.


    Dann hat zwar ein unerfahrener Spieler, dem durch Aufweichung der 10.2 viel Gutes widerfahren ist, einen erheblichen Vorteil gegenüber den unerfahrenen Spielern, deren Spielpartner die Regeln richtig auslegen.


    Servus,

    Rüdiger

    Zu 1. hätte ich noch ne Frage. Auf der R&A Seite ist unter Beispiele, was nicht erlaubt ist, folgender:

    Während ein Spieler seinen Schlag über eine große Penalty Area mit Wasser vorbereitet, äußert ein anderer Spieler in der Gruppe „Du weißt, dass wir Gegenwind haben und dass es 220 Meter über das Wasser sind?“

    Bezieht sich die Beratung hier dann auf die Schlägerwahl? Da der Mitspieler hier mitteilen will, dass er einen anderen Schläger nutzen soll da Wind und Entfernung anscheinend nicht mit berücksichtigt wurden?

    Das kritische hier ist die Formulierung "Du weisst, dass...". Das impliziert ein "bist Du Dir sicher?" Das würde ich als Belehrung sehen.

    Die WERTFREIE Formulierung "Es sind 220m über das Wasser und wir haben Gegenwind" wäre keine Belehrung.



    Ich müsste erst zum geplanten Landepunkt vorausgehen und nachschauen, wie es dort aussieht.

    Genau das darfst Du auch, wenn Du das Spiel nicht unnötig verzögerst. (Natürlich würdest Du das Spiel unnötig verzögern, gingest Du 220m nach vorne und wieder zurück. 440m in unter 50 Sekunden wäre eine recht gute Zeit...).

    Öffentlich verfügbare Informationen können ja auch in einem Birdiebook, Strokesaver, etc. drin stehen. Ich würde einen Blick in das Heftchen des Mitspielers nicht sanktionieren.

    Oder ein Blick in die GPS Smartphone App, die ausschließlich zur Entfernungsermittlung dient und Dir nicht den nächsten Schläger vorschlägt oder Neigungen misst. (Ja, wirklich!)


    Ich glaube, der in der Praxis am häufigsten anzutreffende Fall einer Belehrung ist: "Oh, da solltest du besser noch einen provisorischen Ball nachspielen."

    Das würde ich auch nicht als Belehrung werten. Wobei das eine echte Grauzone ist aufgrund der Formulierung "... da solltest Du besser...". ABER: sie würde das Spiel beschleunigen. Und alles, was das Spiel beschleunigt, ist der Freund aller Referees...

    Da stellt sich für mich die Frage, ob es korrekt wäre, wenn ich fragte: „Willst du einen provisorischen spielen?” Ein potentielles Minenfeld :face_with_rolling_eyes:

    Das wäre korrekt. Du sagst ja nicht "Also ich würde einen provisorischen Ball spielen..." Du fragst ja nur nach. Wobei ich beim Beispiel provisorischer Ball eben auch wie gerade oben genannt, das Thema Spielgeschwindigkeit höher ansehen würde. JEDER Referee hat sich schonmal überlegt, einem Spieler eine Watschn zu geben, weil er keinen prov. Ball gespielt hat.

    Habe ich mir bei Julian Suri auch überlegt. Aber es war ihm schon peinlich genug, öffentlichkeitswirksam von mir im Cart rum gefahren zu werden...


    Beim Beispiel provisorischer Ball kenne ich keinen Referee, der einem Spieler wegen Belehrung sanktionieren würde, wenn es dazu führt einen provisorischen Ball zu spielen. Egal, wie es formuliert wurde. Wie gesagt: Spielgeschwindigkeit ist etwas, was auch auf höchster Ebene sehr, sehr geschätzt wird. Das sieht man alleine an der Tatsache, dass es eine European Tour Rangliste gibt, wer wie oft schon gemonitored wurde und wieviel Strafe dafür zahlen musste. Ist nur nicht öffentlich... :winking_face:


    Servus,

    Rüdiger

    Ich denke schon, dass die Golfregeln, insbesondere die R&A Regelseite sehr viel Hilfe geben kann: https://www.randa.org/de-de/ro…/definitions#definition-B


    Trotzdem ist es auch immer recht diffizil und kann nicht allgemeingültig beantwortet werden...


    Konkret zu den Fragen, dann wirds vielleicht etwas deutlicher:

    Zu Frage 1:

    "Wenn ihr das Dogleg abkürzen wollt, müsst ihr über diesen Baum mindestens 200 m carry spielen", oder "Nach dem Dogleg fällt das Fairway stark nach rechts zum Bunker hin ab."

    Ich halte diese Formulierungen nicht für kritisch. Es sind öffentlich verfügbare Informationen, die man auch bekäme, wenn man vorne liefe.

    Kritischer wären folgende Formulierungen: "Du kannst bei Deiner Länge etwas links vom Baum bleiben, um das Dogleg abzukürzen", oder "Ich würde das Fairway links anspielen, da es nach rechts abfällt".

    Kaum ein Unterschied, aber die Formulierung ist so, dass mit der Formulierung auch gleich ein auf die beratungsempfangende Person Tipp verbunden ist.


    Also zur Frage 1

    Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass hier schon eine mit Grundstrafe belegte Belehrung vorliegt.

    Aus meiner Sicht nein.


    Zu Frage 2:

    Wie sieht das aus, wenn ich ohne gefragt zu werden eine Entfernung für jeden Mitspieler deutlich hörbar, z. B. zu meinem Caddy, ansage ("Meine Uhr zeigt 138 zum Grünanfang an")?

    Kein Problem. Die Mitteilung der reinen Entfernung ist keine Beratung. Auch hier: verbunden mit einem Tipp wäre es Beratung!


    Zu Frage 3:

    Dies sagte ich meinem nicht betroffenen Mitspieler, der aber der Meinung war, dass diese ein Belehrung wäre und er dies aus diesem Grund dem betroffenen Mitspieler nicht kundtun würde.

    Falsch! Wie Du richtig bemerkst, sind Auskünfte über Regeln sind keine Belehrung.

    Wie ist es aber, wenn ich dem Mitspieler konkret sage, was er machen soll ("Du kannst 20 m in dieser Richtung in Verlängerung der Fahne droppen. Dann kannst du von dahin ja über das Gebüsch das Grün anspielen").

    Das wäre Belehrung. Eindeutig. Du kannst Deine Mitspieler immer über die Regeln informieren. Im konkreten Beispiel könnte ich dem Mitspieler sagen, dass er 3 Möglichkeiten hat: Letzte Stelle, 2 Schlägerlängen oder Linie zurück. Was er dann daraus macht, MUSS seine Sache sein.


    Unter dem Strich kann man also pauschal sagen, dass reine Weitergabe von öffentlich Verfügbaren Informationen KEINE Belehrung ist. Ist eine Aussage aber mit einem Tipp verbunden, wie "Also an Deiner Stelle würde ich...", "Ich würde jetzt...", "Du kannst ja hier durch spielen...", dann ist das Belehrung, denn Du beeinflusst Deinen Mitspieler wie er das Loch spielt.


    Fun fact, weil ich es gerade wieder im Regelbuch gesehen habe: Bei nervigen Besserwissern in der Spielgruppe:

    "Ich muss Dich bitten, nach Interpretation 10.2a/2 die Klappe zu halten!" :smiling_face:


    Servus,

    Rüdiger

    Das allerbeste Video seit Fleetwood und Molinari im Bett:

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    Ich habe Tränen gelacht! :grinning_squinting_face:

    ... wenn ich das richtig verstehe muss der nearest point of complete relief nicht auf dem Grün sein, sondern könnte auch im Vorgrün oder sonstwo im Gelände liegen.

    Der Grund, warum ich das in der 16.1d überlesen habe (so nach längerem Nachdenken...): Es macht für mich keinen Sinn, die Ausnahme "größtmögliche Erleichterung" für das Grün zu definieren, wenn ich sowieso den Erleichterungsbereich in der ganzen general Area nutzen kann... Muss ich mal bei meinen Quellen nachfragen...

    Vorweg: der Punkt größtmöglicher Erleichterung ist NUR für Bunker und Grün relevant!


    Wenn Du von ungewöhnlichen Platzverhältnissen Erleichterung im Bunker oder auf dem Grün nehmen möchtest, MUSS der Erleichterungsbereich weiterhin im Bunker oder auf dem Grün sein. Normalerweise MUSST Du IMMER vollständige Erleichterung nehmen. Ausnahmen sind eben Bunker und Grün.


    Beispiel: Bunker voller Wasser. Du möchtest Erleichterung nach 16.1b nehmen, findest aber keinen Bezugspunkt, der vollständig "wasserfrei" ist. Dann kannst Du Dir einen Punkt der größtmöglichen Erleichterung suchen. Also irgend eine Stelle, die zwar noch nass, aber immerhin spielbar ist.


    Zusammengefasst:

    • Erleichterung nach 16.1b verlangt immer vollständige Erleichterung
    • 2 Ausnahmen: Bunker und Grün, da der Erleichterungbereich im Bunker oder auf dem Grün verbleiben müssen
    • Hier (und nur im Bunker und auf dem Grün!) darf man sich den Punkt größtmöglicher Erleichterung suchen.

    Servus,

    Rüdiger


    ... hatte ich erwähnt, dass das nur für Bunker und Grün relevant ist? ...

    Bayern_Buddha Bitte mal zur Sache äußern. Danke.

    Jawohl, Sir!


    Für mich ist diese Situation ähnlich der Sandberührung beim Rückschwung im Bunker.


    Wenn ich sehe, wie ein Spieler einen Probeschwung macht und was dann mit der umliegenden Vegetation passiert, dann kann man auch einschätzen, ob der Spieler sich für den Schlag einen Vorteil verschafft hat.


    Geht er vorsichtig an die Sache ran und testet ganz langsam und bedächtig, ob er irgendwas berührt und damit potentiell gegen die Regel 8.1 verstößt, dann nehme ich ein 1g schweres Blatt, welches beim Probeschwung sacht zu Boden gleitet, nicht als Verstoß gegen Regel 8.1.

    Nimmt einer seinen Hochentaster aus dem Bag oder schlägt erstmal mit einer Machete den Weg zu seinem Stand frei, dann ist das was anderes.


    Würdest Du einem Spieler, der einen Ball unter einem Busch spielen möchte, dafür bestrafen, wenn er versucht, redlich seinen Stand einzunehmen und ein Blättchen des Busches segelt zu Boden? Ich nicht. Und der R&A auch nicht: Regel 8.1b (6) siehe auch Interpretation 8.1b/3.

    Wenn ein Spieler sich wild fuchtelnd und um sich schlagend den Weg unter den Busch frei schlägt, dann schon.


    Wir empfehlen immer, beide Hände am Schläger und dann irgendwie mit dem Körper langsam in den Stand drücken.


    So recht? :winking_face:


    Servus,

    Rüdiger

    Bei dieser Situation hat sich für mich noch eine andere Frage gestellt:

    Nehmen wir mal an, der Spieler beauftragt nach ein paar Sekunden Bedenkzeit seinen Caddie, nach dem Ball zu suchen. Nehmen wir zur Vereinfachung auch an, die Entfernung bis zur anderen Seite des Teiches wäre 200 m.

    Wenn der Caddie normal zu Fuß geht mit einer Geschwindigkeit von 6 km/h, braucht er für 1 km 10 Minuten, für 200 m 2 Minuten, zurück nochmal 2 Minuten + 3 Minuten Suche = 7 Minuten.

    Könnte das als „Unangemessene Verzögerung des Spiels” im Sinne der Regel 5.6a gewertet werden?


    Hmm, es kann ja keine unangemessene Verzögerung des Spiels sein, wenn man sich an die Regeln hält.

    Richtig! Und genau für diesen Fall kann eine Platzregel eingesetzt werden: "B-3 Provisional Ball for Ball in a Penalty Area". Da es nicht bei jeder Penalty Area sinnvoll ist, da nicht jede Penalty Area so "unhandlich" ist, ist es keine generelle Regel.


    Nebenbei: es muss ja nicht unbedingt ein Skip-Shot sein. Es reicht unter Umständen auch ein Stein kurz unter der Wasseroberfläche.


    Zur Ursprungsfrage:

    Dieses vorgehen war so korrekt? Danke dir.

    WENN die Musterplatzregel B-3 aktiv war, hätte er einen provisorischen Ballspielen dürfen. Wenn ich Platzregeln für so einen Platz machen würde, dann würde ich auf jeden Fall die B-3 verwenden.

    Aber das Vorschicken des Caddies war regelkonform, auch wenn es etwas dauern würde. Denn die Suchzeit von 3min fängt ja erst an zu laufen, wenn danach gesucht wird. Ich kann hier als Spielleitung kein "undue delay" erkennen. Vielmehr würde ich mir als Spielleitung in den Allerwertesten beissen, dass ich nicht die B-3 verwendet habe.


    Aber die wenigsten Spielleitungen auf Clubebene wissen, dass im Regelbuch ein unermesslicher Schatz an vorformulierten Musterplatzregeln liegt...


    Servus,

    Rüdiger

    Thomas von Golf-Rules! ist ein sehr guter Kollege beim DGV. Lustigerweise hatten wir beide letztes Wochenende Spielleitung mit demselben Format. Er DMM AK50 Herren und ich DMM AK50 Damen.

    Ich habe ihn mal angespitzt und er schaut sich hier im Forum auch mal um :smiling_face:


    Servus,

    Rüdiger

    Ich bin zum Beilspiel heilfroh, das diese unsinnige Regel gefallen ist, das man innerhalb eines Wasserhindernisses keine Grashalm berühren darf. Da hätte ich schon tausende Strafschläge "ahnden" können bzw. Diskussionen führen, wenn mir das Spaß gemacht hätte ...

    Vorsicht, Mythos! Das Berühren von Grashalmen in einem Wasserhindernis (jetzt Penalty Area) war früher schon straffrei!

    Man durfte nur nicht den Grund des Wasserhindernisses berühren.

    Das "weg-sensen" von Grashalmen z.B. ist jetzt immer noch strafbewehrt, wenn man sich dadurch den Raum des beabsichtigten Schwungs verbessert.

    Seit 2019 darf man auch in einer Penalty Area den Boden berühren.


    Danke. Aber Wegräumen der losen hinderlichen Naturstoffen ist jetzt erlaubt, korrekt?

    Mal ehrlich: es ist doch mittlerweile echt einfach geworden, in den Regeln nachzuschauen: https://www.randa.org/de-de/ro…the-rules-of-golf/rule-12



    So und jetzt habe ich das gesehen und müsste dem Spieler - etwa wenn ich sein Zähler wäre -, wenn er nicht selber sagt „Mist, ich habe den Sand berührt!”, sagen, er habe sich gerade zwei Strafschläge zugezogen. Blöde Sache, oder?

    Was macht ihr denn da?

    Wenn ich mir sicher bin, dass der Spieler im Rückschwung den Sand berührt habe, dann frage ich ihn "hast Du vielleicht beim Rückschwung den Sand berührt?".

    Wenn er verneint, dann akzeptiere ich das.

    Denn: Regel 1.3b (da ist meine Lieblingsregel wieder...)

    Das Spiel, Verhalten der Spieler und die Regeln


    Wenn sich jemand eines Regelverstoßes nicht gewahr ist, von einem Mitspieler (der kein Referee, sondern "Aufschreiber" ist!) aber diesbezüglich aufmerksam gemacht wird, der wird (wenn es ihm/ihr mit der Regelanwendung ernst ist) den Mitspieler fragen, ob es wirklich so war und sich selbst dann mit den Konsequenzen beschäftigen.


    Ich bekenne mich Schuldig, in früheren Zeiten (vor meiner etwas näheren Beschäftigung mit den Golfregeln) in einem Monatspreis ein unabsichtliches Bewegen des Balles mir selbst nicht "angezeigt" zu haben. Es hebe die Hand, wer das noch nie gemacht hat.


    Ich habe aber auch schon in einer Clubmeisterschaft beim Ansprechen den Ball berührt, der sich darauf hin bewegt hat. Niemand hat es gesehen, außer ich selbst. Ich habe den Ball dann zurück gelegt, geschlagen und meinem perplexen Zähler gesagt, dass ich kein Par sondern ein Bogey gespielt habe.

    Es hebe die Hand, wer sowas in der Art auch schon gemacht hat.


    Wir haben normalerweise nicht die Möglichkeiten der Touren, bei strittigen Situationen die Aufzeichnung zurück zu spulen und uns die Situation in Super Zeitlupe mit zehnfacher Vergrößerung anzuschauen. Wir müssen unseren Mitspielern vertrauen. Weil sie sonst nicht nach den Regeln spielen. Siehe 1.3b.

    Leute, die meinen, sich in Wettspielen nicht an die Regeln halten müssen, spielen kein Golf. Und mit denen spiele ich dann einfach nicht mehr.

    Wenn ich mich dann mit solchen Leuten zusammen in einer Spielgruppe in einer Startliste wiederfinde, dann rufe ich das Sekretariat an und sage ab mit den Worten "mit dem spiele ich nicht. Der spielt nicht nach den Regeln und betrügt den Rest des Spielerfeldes". Das musste ich aber bisher nur einmal.


    Servus,

    Rüdiger

    Das wird es gewesen sein...unter Referees sind diese Codes bestimmt normal.

    Nö. Ich war einfach nur faul und habe "Bosgws" geschrieben statt "Bekannt oder so gut wie sicher". Sorry dafür. Ich werde sowas in Zukunft wieder ausschreiben. Was ich nicht will, ist an Regeln interessierte Golfspieler/innen abzuschrecken.


    Servus,

    Rüdiger

    Manche Akronyme sind nicht offiziell und helfen nur beim Schreiben....


    Bosgws -> Bekannt, oder so gut wie sicher

    Kovc -> Known or virtually certain

    SVZ -> Spielverbotszone

    PA -> Penalty Area


    Wenn ihr noch was wissen wollt, fragt!


    Servus,

    Rüdiger

    Muss es hier nicht "innerhalb der SVZ" heissen?

    Du hast recht, ist etwas missverständlich ausgedrückt.


    Besser: Der Spieler muss seinen Fehler vor dem nächsten Abschlag berichtigen. Also zurück an die Stelle, an der er vermutet, dass sein original Ball lag. Wäre es nicht Bosgws, dass der Ball ausserhalb innerhalb der SVZ lag, dann hätte er droppen können. Wenn nicht, dann zurück zum Abschlag.

    Danke. Es war mir eine Lehre, auch bei uns auf dem Platz in solchen Situationen (wir haben seit neuestem mehrere davon) immer einen Provi zu spielen

    Ich werde nie verstehen, wie man sich zieren kann, einen provisorischen Ball zu spielen... Leute! Es ist die einzig legale Möglichkeit, auf dem Platz zu üben! Sobald ich nicht 100% sicher bin, dass mein Ball da ist, spiele ich einen Provisorischen.


    Quote from distefano

    Der Spieler der Poncirus Ball fälschlicherweise als seinen identifiziert hat, locht und bemerkt beim herausholen des Balles: "Sch..., ist ja gar nicht meiner" und gibt das auch bekannt. Wie geht es weiter?

    Der Spieler muss seinen Fehler vor dem nächsten Abschlag berichtigen. Also zurück an die Stelle, an der er vermutet, dass sein original Ball lag. Wäre es nicht Bosgws, dass der Ball ausserhalb der SVZ lag, dann zurück zum Abschlag. 2 Strafschläge für das Spielen des falschen Balls & Distanzverlust. Schläge nach dem falschen Ball zählen nicht.

    Poncirus wäre nichts passiert. Er hat ja nach seiner Auffassung richtig gedroppt und weiter gespielt. Also zählt sein Score mit dem gedroppten Ball.

    Auch hier hätte er sich den Drop sparen können, wenn er etwas intensiver gesucht hätte.


    Quote from Bilbo

    Man sollte einen Platz auch so vorbereiten das es wenig Situationen geben sollte wie dein Beispiel. Man kann ja vor der Spielverbotszone einfach runtermähen.

    Oh ja!!! Mit das Wichtigste, wenn ich einen Platz vorbereite!


    Quote from Poncirus

    Ich wollte ja in diesem Faden wissen, ob ihr immer wisst, an wen ihr euch vertrauensvoll wenden könnt, wenn ihr eine knifflige Regelfrage habt bzw. wollte ich wissen, wie man sich außer durch Studium des Regelbuches regelfitter und sicherer macht.

    Also ich habe die Telefonnummer von Mark Litton, dem Nachfolger von John Paramor und Andy McFee... :winking_face:


    Ich empfehle Euch das ganz normale Handbuch:

    Detail


    Also NICHT die Spieleredition, sondern das große, über 500-Seitige Handbuch. Da sind auch genug Illustrationen drin und die Interpretationen. Ausserdem Definitionen (WICHTIG!!! Kennt man die, kann man 70% aller Regelentscheidungen lösen!), Leitlinien der Spielleitung (Was macht die Spielleitung? Wie sollte eine Spielleitung einen Platz vorbereiten!!!) und Musterplatzregeln. Das Handbuch ist wirklich klasse geworden. Toll darin zu lesen und für Regelinteressierte DIE Quelle. Was anderes braucht man nicht.

    Für unterwegs reicht die R&A App. Die ist auch sehr gut.


    Servus,

    Rüdiger

    Also...

    Grundsätzlich muss ich immer irgendwie selbst die Verantwortung für mein Spiel übernehmen. Wenn alle Umstehenden (auf einem unbekannten Platz) etwas behaupten, dann muss es immer noch nicht stimmen. Ich hätte am Biotop wohl etwas länger gesucht. ABER: Wenn man rund um ein Biotop/Penalty Area sucht, ist das per se schon ein deutliches Zeichen, dass der Ball auch außerhalb verloren sein könnte. "Bekannt oder so gut wie sicher" oder die oft zitierten 95% Sicherheit, dass der Ball im Biotop/Penalty Area ist, trifft schonmal nicht zu. Siehe Definition "Bekannt oder so gut wie sicher"


    (Wenn ich zu so einer Situation dazu gerufen werde, frage ich zuerst wo der Ball zuletzt die Grenze überschritten hat, und ob auch ausserhalb gesucht wurde. Wenn intensiv ausserhalb gesucht wurde, dann kann man unter Umständen nicht davon ausgehen, dass der Ball im Biotop/Penalty Area drin ist.)


    ABER: Es ist IMMER eine Frage der Umstände, ob es Bosgws ist! Das können wir hier alle nicht vom Forum aus entscheiden!

    (Selbst wenn ich in der Spielleitung gewesen wäre, wäre ich mit Euch an die Stelle raus gefahren und hätte mir alles erzählen lassen)


    Dass Dein Mitspieler Deinen Ball als seinen identifiziert, spricht nicht für Ihn, aber auch nicht für Dich, denn Du hättest Dich rückversichern können, ob es nicht doch Dein Ball sein könnte, wenn er sowieso in der fraglichen Gegend lag.

    (Disclaimer: ich schreibe jetzt gerade als ein Referee und nicht als Dein Freund... ;-))


    Dann hast Du Dich entschieden (obwohl NICHT Bosgws!), nach einer Regel (entweder 17.1d(3) bei roter Penalty area, oder 16.1b bei Ungewöhnlichen Platzverhältnissen, also blau) zu droppen. Das war grenzwertig. Ihr habt ja gesucht. Und damit kann es nicht Bosgws sein, dass der Ball in der Spielverbotszone liegt. Hier hättest Du zurück zum letzten Ort gehen müssen und einen neuen Ball nach Regel 14.6a mit Schlag und Distanzverlust spielen müssen. Nach dem Drop: Hier hättest Du nach Regel 14.5a Deinen Fehler berichtigen können (also entweder zurück nach 14.6a oder den original Ball spielen), wenn die Suchzeit von 3min nicht schon abgelaufen gewesen wäre. Geht aus Deiner Beschreibung nicht hervor. Du hast Deinen gedroppten Ball dann aber gespielt und somit war der gedroppte und gespielte Ball der Ball im Spiel.


    Dein original Ball war nicht mehr im Spiel und Du hast Damit einen falschen Ball gespielt. Ich nehme mal an, Du hast Deinen Fehler nicht vor dem nächsten Abschlag korrigiert und damit bist Du DQ.


    Servus,

    Rüdiger

    Ich finde es sehr gut, sich mit den Golfregeln vertraut zu machen. Wie Schrotty schon geschrieben hat: it pays to know the rules. Es zahlt sich aus, die Regeln zu kennen. Ich würde es nicht unbedingt in Schlägen ausdrücken. Bei ausreichend sicherer Regelkenntnis weiss man, wie man mit fraglichen Situationen umgehen muss. Man muss nicht raten, ist nicht verunsichert, sondern kann einfach die Situation regeln und spielt weiter sein Spiel.


    Kleines Regelquiz für das Vertraut machen mit den Regeln.

    • Meine grundsätzliche Antwort auf offensichtlich viel zu einfache Regelfragen (wenn also erkennbar ist, dass sich der/die Spieler/in keine Mühe macht, mal selbst in die Regeln zu schauen...): "Die Lösung steht in Regeln 1.3b"
    • Für unklare Situationen: Mach es zu einem PAL (Problem anderer Leute): Regel 20.1


    Noch ein Hinweis: Interpretiert die Regeln nicht! Das geht in die Hose. Mache ich auch nicht. Wenn ich selbst nachschauen muss (was oft genug passiert, was ich auch immer mache, wenn es eine strittige Entscheidung ist), dann lese ich die Regeln 1:1 und wende sie an.


    Servus,

    Rüdiger